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Die Magie der Pfützen

Wer Kinder hat, aber auch die, die sich an die eigene Kindheit noch erinnern können wissen sicherlich, dass Pfützen eine magische Anziehungskraft auf Kinder ausüben. Trotz intensivster Ermahnung und vorher getroffener Absprachen ist es einem Kind nahezu unmöglich an einer spiegelnden Pfütze vorbeizugehen, ohne sich zumindest sehr dafür zu interessieren.

Der Tag nach dem Regen

Dieser Tage gibt es immer wieder heftige Regenschauer. Erst letzte Nacht hat es fast durchgehend geregnet und ein wahrer Wolkenbruch ist niedergegangen. Tagsüber hat die Sonne ausreichend Kraft um rasch hohe Temperaturen zu verursachen. Als Mutter und Gardrobiere der eigenen Kinder ist man damit wieder einmal in einem Dilemma. Sportlatschen, Sandalen, oder Gummistiefel. Die Gummistiefel vermeide ich, wenn es geht, weil es wirklich sehr warm werden kann. Wenn die Sonne auf die Stiefel heizt ist das sicher rasch unerträglich für die Kinder.

Also greife ich an Tagen, wie diesen, an denen reichlich Pfützen auf der Strasse zu finden sind, aber die Sonne kräftig strahlt am liebsten zu den Sportschuhen der Kinder.

Die Versuchung

Wenn ich mit meinem Nachwuchs auf der Straße unterwegs bin, dann laufen mittlerweile alle Drei vor, oder hinter mir. Oft sind schon recht lange Wege zwischen Nachzügler und Spitzenreiter. Meistens bin ich natürlich in der Nähe der Kleinsten und versuche bei den beiden anderen durch Zuruf das Schlimmste zu verhindern. Ich rufe ihnen also laufend zu, nicht in den Rasen zu steigen, nicht zu Nahe an die Straße zu gehen, langsamer zu werden, oder schneller zu laufen. Das klappt erstaunlich gut. Die beiden Größeren hören mittlerweile ganz gut und kennen die Gepflogenheiten schon und die Kleinste ist immer in meiner Nähe. Schwierig wird es aber, wenn eine Pfütze ins Spiel kommt.

Das Spiel mit dem Wasser

Eine Pfütze übt eine unglaubliche Faszination auf die Kinder aus. Wenn sie nicht gerade komplett in irgendetwas anderes sind, dann wird bei jeder Pfütze, die wir passieren in irgendeiner Form interagiert. Mein Sohn hat neuerdings die Angewohnheit darüber zu hüpfen. Wobei ich fast glaube, dass das nur die Ausrede ist, die er verwendet, wenn ich ihn ermahne ja nicht ins Wasser zu steigen. Er steht mit der Fußspitze etwa drei Millimeter von der Pfütze entfernt und testet aus, wie weit er gehen kann. Meistens erwische ich ihn rechtzeitig. Manchmal bin ich aber lange genug abgelenkt und rasch steht er in so einer Situation schon mal im Wasser. Hin und wieder lässt er mir aber keine echte Chance zu reagieren und steht in der Pfütze bevor ich es überhaupt mitbekommen habe.

Die Älteste ist genauso fasziniert und interessiert an der Pfütze, wie ihr Bruder. Sie ist etwas weniger impulsiv und unberechenbar, aber auch sie nutzt unbeachtete Momente nach wie vor gerne um ins Regenwasser zu steigen.

Steine werfen

Sehr gerne werden auch allerhand Dinge in die Pfützen geworfen. Was auch immer zur Hand ist, seien es Kiesel, Stöcke, Steine, oder Erdbrocken. Auch richtig große Steine können es sein und die Kinder sauen sich von oben bis unten ein, ohne die Pfütze überhaupt betreten zu haben.

Ist man nicht mit Regenhose, Gummistiefeln und Regenjacke auf das Schlimmste vorbereitet, dann ist jede Begegnung mit einer Pfütze eine potentielle Gefahrenquelle für die Unversehrtheit des Outfits der Kinder.

Warum sind Pfützen so toll?

Warum Kinder so gerne in Pfützen springen hat wahrscheinlich mehrere Ursachen. Während das Wasser uns z.B. in einem Fluß, oder einem See normalerweise weit an Kraft überlegen ist, so ist die Pfütze eine Möglichkeit das Wasser einmal zu beherrschen. Es ist für meine Kinder eine tolle Leistung über die Pfütze zu springen. Auch ist das Element Wasser sicherlich etwas, was fasziniert. Wenn wir als Erwachsene vor dem Meer stehen haben wir auch Ehrfurcht. Der Anblick, das Verhalten, die Eigenschaften des Wassers sind uns eigentlich fremd. Es ist nicht unser Element und die einzigen Flecken, die der Mensch auf der Erde noch nicht komplett erforscht hat, sind unter Wasser.

Schule des Lebens

Wasser ist, bei aller Vertrautheit, fremd für uns. Es kann gefährlich sein, uns aber auch sehr gut tun. Ich denke, dass die Kinder von diesem Element genauso begeistert sind, wie wir. Die Pfütze bietet ihnen eine tolle Möglichkeit das ungewöhnliche Verhalten des Wassers zu beobachten und zu verstehen.

Das Verhalten von Wasser ist Kindern, die noch wenig Erfahrung haben, sicher ein totales Rätsel. Das Wasser reagiert auf Berührungen, findet dann aber rasch wieder zu seinem Ursprungszustand zurück. Etwas Vergleichbares gibt es im Leben der Kinder sonst nicht. Meine Kinder sind aber nicht nur von Pfützen beeindruckt. Sie blasen sehr gerne in Trinkhalme und beobachten die Blasen, sie bringen das Wasser in der Badewanne gerne dazu Wellen zu schlagen (und leider auch dazu aus der Wanne zu spritzen). Sie werden mit Hingabe Steine in Gewässer aller Art und sie steigen unglaublich gerne in Pfützen.

Den Wissensdurst stillen

Wenn man darüber nachdenkt, dann ist es leicht nachvollziehbar, was die Kinder an den Pfützen so fasziniert. Man sollte ihnen die Gelegenheit geben mit dem ungewohnten Element Wasser in Berührung zu bekommen. So lernen sie etwas über die Natur und die Naturgesetze und schließlich sollte das mein Ziel als Mutter sein. Zumindest solange dieses Ziel, dem Ziel die Kinder sauber und trocken wieder nach Hause zu bringen widerspricht 😉

 

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