Gimme five Spiegelschrank

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Logisch, da braucht man auch Sonnencreme um die zarte Kinderhaut der Kleinen auch adäquat vor dem negativen Einfluss der UV-Strahlung zu schützen. Und damit der Sonnenschutz auch seine komplette Wirkung entfalten kann, bevor die Kinder dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, werden sie fünfzehn Minuten vor dem Aufbrechen eingecremt.

Meine Kinder haben ein altergerechtes starkes Bedürfnis Dinge, die sie schon können auch selbst zu machen und sind sehr beleidigt, wenn man sie in alltägliche Aufgaben nicht einbezieht. Verstärkt wird das noch dadurch, wenn es um den eigenen Körper geht. Wenn man beispielsweise den Reißverschluss eine Jacke zumacht kann es vorkommen, dass die Kinder das so nicht akzeptieren, den Reißverschluss mit einem Ratsch wieder aufmachen nur um dann minutenlang zu versuchen ihn wieder selber zuzumachen. Selbermachen ist einfach toll und wichtig.

Beim Eincremen der Kinder mit Sonnenmilch, oder anderen Cremes und Ölen ist es üblich, dass der Nachwuchs selbst die Hand aufhält um eine kleine Portion zum Verteilen zu bekommen, oder sich einfach einmischt, wenn man sie eincremt und die ölige Substanz von Bauch, Gesicht, oder Beinen auf die Hand überträgt.

Dieses Verhalten ist natürtlich lobenswert und förderungswürdig. Ist man doch immer bemüht seinen Nachwuchs zur Selbstständigkeit zu erziehen, allerdings steht man nach der Nachhilfe im Eincremen vor einem großen Problem. Da stehen nun drei glänzende Kinder und sind mit dem Verteilen der Creme fertig. Sie sind wieder angezogen und, wie immer, voller Tatendrang. Also zuerst mal raus aus dem Badezimmer. Kind eins greift mit Fettfingern an die Türschnalle. Kind zwei klatsch beide eingeölten Finger an die Tür um sie aufzudrücken. Im Flur drängeln sie dann, stützen sich an Wänden ab. Oft stolpert mal eines und muss sich mit den imprägnierten Pfoten abstützen und dann kommen sie meistens zu ihrem Lieblinksmöbelstück.

Wir haben im Flur einen großen Schrank mit verspiegelten Schiebetüren. Eigentlich war er dafür gedacht, dass man das eigene Outfit noch einmal überprüft, bevor man die Wohnung verlässt, die Kinder lieben diesen Schrank aber im Alltag und haben fast eine narzisstische Ader entwickelt. Egal, ob sie lachen, oder weinen sie stehen vor der Spiegeltür und schauen sich dabei gerne zu. Und weil es bei Kindern oft mit dem Schauen noch nicht getan ist wird der Schrank auch sehr gern und ausgiebig begriffen.

Sie stehen also mit den sonnengecremten, oder sonstig eingeölten Fingern glücklich vor dem Spiegel und haben offensichtlich große Freude daran, dass sie sehr deutlich sichtbare Abdrücke darauf hinterlassen können.

Ich habe in solchen Fällen allerdings meistens kein Problem damit. Es kann schon mal vorkommen, dass ich den Spiegel vor zehn Minuten gerade gereinigt habe. Das ist zwar ärgerlich, fällt aber unter die Kategorie selber schuld. Eigentlich ist es mir auch ganz recht, dass sie so lange vor dem Spiegelschrank stehen, bis die Creme eingezogen ist, weil so ein Spiegel ist wesentlich pflegeleichter als unsere Couch.

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