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Hausfrau im Krankenstand

Man kann es nicht ändern, fast jeder Mensch ist ein- bis zweimal im Jahr krank. Für einen Berufstätigen ist die Vorgehensweise völlig klar. Den Dienstgeber anrufen, sich krank melden und beim Arzt eine Bestätigung holen. Damit kann man sich dann zu Hause in Ruhe auskurieren und das Bett hüten, bis man körperlich wieder in der Verfassung ist, seinen Job zu erledigen. Bei einer Hausfrau und Mutter sieht das ganz anders aus.

unabkömmlich

Mein Mann hat an manchen Tagen einfach Termine, die er wahrnehmen muss. Da spielt es auch keine Rolle, wenn er krank ist, da muss er durch. Meistens kann er es sich aber einteilen, Termine verschieben und Kollegen bitten, ein paar seiner Aufgaben zu erledigen. Das klappt, weil er in einer Abteilung arbeitet in der es mehrere andere gibt, die etwas ähnliches tun, wie er. Seine Mails kann er am Handy lesen und wenn er einmal nicht ganz fit ist, dann kann er auch von zu Hause aus arbeiten und die dringendsten Dinge in Homeoffice erledigen. Bei mir sieht das etwas anders aus. Wenn ich mal krank bin, dann habe ich keine Alternative. Mein Mann kann versuchen, sich den Tag freizunehmen, aber schlimmstenfalls muss er auf eine Dienstreise und ich, die Kinder und mein Haushalt bleiben alleine zurück.

Was muss muss

Es ist einfach so, die Arbeit im Haushalt kann man vielleicht mal einen, oder zwei Tage liegen lassen, aber die Kinder brauchen jeden Tag Aufmerksamkeit und Betreuung. Im Bett bleiben ist für eine Mutter keine Option. Egal, wie schlecht es mir geht, ich muss Ihnen etwas zum Anziehen und etwas zu Essen bereitstellen und die Kinder beaufsichtigen. Kurz mal die Augen zumachen ist keine Option. Die Aufsichtspflicht muss man wahrnehmen, ob man fit ist, oder nicht.

Zwar bemüht sich natürlich mein Mann darum, mich zu unterstützen und sich frei zu nehmen, wenn ich krank bin, allerdings gibt es eben Tage, an denen er einfach nicht zu Hause bleiben kann, wenn meine Älteste dann auch keine Zeit hat und Pflichveranstaltungen hat, oder zu Ihrem Job muss, dann bleibt nur die Oma.

Hilfe von außen

Eine Option, die allerdings Wenigen bewußt ist, ist um eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse anzusuchen. Erfüllt man wenige Kriterien, hat ein Kind unter 12 Jahren, niemanden, der die Hausarbeit stellvertretend erledigen könnte und eine ärztliche Bestätigung, dann hat man gute Chancen. Allerdings sind die Kriterien für die Bewilligung einer Haushaltshilfe Krankenkasse für Krankenkasse leicht unterschiedlich, deswegen sollte man sich vor dem Ansuchen am Besten professionell beraten lassen. Man kann übrigens auch in der Schwangerschaft eine Haushaltshilfe ansuchen, wie ich in diesem Artikel auf spiegel.de gelesen habe.

Auch wenn das für manche ein wenig übertrieben scheint, sollte man sich vor Augen halten, dass der Job als Hausfrau und natürlich als Mutter nicht nur ein Job wie jeder andere ist, sondern darüber hinaus unbedingt erledigt werden muss. Ein Ausfall der mütterlichen Arbeitskraft bedeutet, dass die Kinder von jemand anderem betreut werden müssen. Sie müssen in die Kita gebracht und wieder geholt werden, sie brauchen Essen und Trinken, man muss Windeln wechseln und man muss sich um ihre Unterhaltung kümmern. Nicht zuletzt darf man sie nicht unbeaufsichtigt lassen.

Nicht zu stolz sein!

Die Arbeitslast einer Hausfrau und Mutter ist nicht zu unterschätzen. Es fällt mir selbst und sicher auch den meisten anderen Frauen in meiner Situation, schwer zu akzeptieren, wenn man seinen kleinen Betrieb nicht selbst führen kann. Ich habe meine Marotten und Eigenheiten und mein Tagesablauf ist sehr straff organisiert. Selbst wenn mein Mann mal den Laden schmeißt kann ich es fast nicht lassen ihn zu kontrollieren und ihm klare Anweisungen zu geben. Es muss so laufen, wie ich das möchte und ich habe den starken Drang hier die Zügel nicht aus der Hand zu geben. Allerdings gibt es Zustände in denen ich wohl keine wirkliche Bereicherung für den Alltag bin und in denen es für mich nur einen Platz gibt – das Bett.

Wer auch immer sich stellvertretend um meinen Haushalt und meine Kinder kümmert, ob es mein Mann, meine Schwiegermutter, eines unserer älteren Kinder, oder eine Haushaltshife ist, ich muss akzeptieren, dass ich nicht einsatzfähig bin und mich in erster Linie auf mich selbst konzentrieren. Unterm Strich bringt es der Familie sicher mehr, wenn ich mich zu 100% darauf konzentriere selber wieder fit zu werden, statt mit Fieber und zittrigen Knien permanent durch die Wohnung zu schlurfen und mich überall einzumischen. Augen zu und abwarten, lautet die Devise.

 

 

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