kein Fläschchen mehr

Meine Kleinste bekommt jeden Tag drei Flaschenmahlzeiten. Eine Morgens, eine vor dem Mittagsschlaf und die dritte Abends vor den Einschlafen. Mein Sohn, mittlerweile mehr als drei Jahre alt bekam bis vor ein paar Tagen auch drei Fläschchen. Eines zum Einschlafen und bis zu zwei, die er im Laufe der Nacht verlangt hat. Seit einer Woche ist Schluss damit.

Durchzechte Nächte

Begonnen hat Alles ganz normal. Wie alle meine Kinder hat auch mein Sohn jede Nacht zum Einschlafen ein Fläschchen bekommen. Wie bei seiner älteren Schwester wurde damit das Stillen abgelöst. (Seine jüngere Schwester wollte von Anfang an keine Brust und hat nur Flaschennahrung bekommen. In meinem Beitrag schon sieben Uhr? erzähle ich die Geschichte dazu und was meine Jüngste sonst noch an wunderbaren Eigenschaften hat.)

Bei den beiden älteren Kindern hat es sich jeweils im Laufe der Zeit eingebürgert, dass das Fläschchen vor dem Einschlafen irgendwann nicht mehr gereicht hat und sie in der Nacht auch nach ihr Recht gefordert haben. So habe ich zuletzt brav ein- bis dreimal pro Nacht das Fläschchen zubereitet und meinem Sohn in die Hand gedrückt.

Fläschchen als Energydrink

Die Flaschennahrung, die wir verwenden ist speziell für den Abend gemacht. Meine Theorie dazu ist, dass die Fläschchen wahre Energy-Shots sind, die meinen Sohn mit den Unmengen an Energie versorgen, die er tagsüber dann verwendet um das zu machen, was er eben so tut. (Toben, Springen, Laufen…)

Außerdem sorgt die nächtliche Verköstigung für schlechte Erholung bei Mutter und Kind. Es ist sicher ein großer Teil Gewohnheit dabei, aber das Fläschchen wurde direkt nach dem Aufwachen in der Nacht verlangt und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass es auch ganz praktisch für mich war. Kind kommt, ich bereite zu und verabreiche und Kind schläft weiter. Ansich ja keine schlechte Sache, aber trotzdem überwiegen die Nachteile.

Überwiegend Nachteile

Das beginnt schon mal mit der Windel. Wenn man dem Kleinen im Laufe der Nacht einen Liter Milchnahrung einflößt, dann liegt es in der Natur des Menschen, dass er die am anderen Ende, zumindest teilweise, auch wieder abgibt. Bei aller Überzeugung von der Qualität meiner Windeln bin ich doch recht sicher, dass sie mit mehr als einem halben Liter nicht fertig werden. Erschwerend kommt hinzu, dass mein Sohn sehr gerne auf dem Bauch liegt, was schon mal 50% des saugenden Vlies in den Windeln aus der sprichwörtlichen Schusslinie nimmt. Also ist einerseits häufiger Windelwechsel und auf der anderen Seite häufiger Bettwäschewechsel notwendig.

Der Rythmus, an den sich der kindliche Körper gewöhnt führt dazu, dass der Kleine nicht länger als vier, oder fünf Stunden am Stück schläft. Danach treibt ihn der Hunger aus dem Bett.

Direkt nach dem Aufstehen war mein Sohn satt. Er hat meist zu Hause sehr wenig Frühstück zu sich genommen und erst in der Kita die Jause gegessen.

Nicht zuletzt kostet die Flaschennahrung Geld und verursacht Aufwand beim Zubereiten, Fläschchen waschen und in der Lagerung. All das kann man sich sparen, wenn man sein Kind entwöhnt.

Phase 1

Als erste Phase habe ich damit aufgehört ihm in der Nacht noch Flaschennahrung zu geben. Erstaunlicherweise war nur die erste Nacht stressig, die zweite hat er dann direkt durchgeschlafen. Klar, das hat sich die Nächte darauf natürlich nicht wiederholt, aber die nächtliche Revole war bei Weitem nicht so ausgeprägt, wie in der ersten Nacht und mittlerweile hat er verstanden, dass es Nachts kein Fläschchen mehr gibt. Phase 1 war schon einmal sehr erfolgreich.

Angst vor Phase 2

Nachdem die Entwöhnung in der Nacht so wunderbar geklappt hat sollte ich der zweiten Phase eigentlich gelassen entgegensehen. Ich habe mir nämlich selbst auferlegt mit Beginn der Entwöhnung die letzte Packung Milchnahrung zu öffnen und diese aufzubrauchen. Morgen wird es das letzte mal Fläschchen zum Einschlafen geben!

Das Ritual des Zubettgehens ist allerdings eine ganz andere Nummer, als das schläfrige Kind in der Nacht zum Weiterschlafen zu bringen. Mein Sohn ist ohnehin nicht so leicht zum Schlafen zu überreden und braucht momentan mit großem Abstand am längsten. Wenn er dann in zwei Tagen damit konfrontiert wird, dass das gewohnte Fläschchen ausbleibt, dann fürchte ich, dass der Prozess noch länger dauern wird. Nachdem er gerade seine Trotzphase durchlebt und sehr ausdauernd dabei ist, seinen Kopf durchzusetzen, bin ich mir sicher, dass mir ein paar anstrengende Abende bevorstehen.

Hoffnungsvolle Perspektive

Nachdem ich aber die Erfahrung mit seiner älteren Schwester habe, die nach einer Magengrippe kein Fläschchen mehr wollte und seit dem, also tatsächlich von einem Tag auf den anderen ohne das kleinste Problem perfekt durchschläft, dann sind das durchaus rosige Aussichten. Nachdem ich von mir behaupten kann, dass ich die letzten fünf Jahre kaum eine Nacht durchgeschlafen habe wird es ein sehr ungewohntes Erlebnis sein stundenlang im eigenen Bett zu liegen und auszuschlafen.

Ich fürchte nur, dass es bis dahin noch ein weiter Weg sein wird…

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