Mama, Messie auf Zeit

Ich bin Hausfrau und Mutter. Da gibt es allerdings ein Problem. Die beiden Dinge sind nicht miteinander vereinbar. Während ich eigentlich gerne mit meinen Kindern bis zum Knöchel in Spielzeug wate und das Chaos wie ein Messie genieße, so bricht mein Zweitjob immer wieder durch und ich muss aufräumen.

Hilfe ich bin ein Messie!

Tippt man bei Google Messie als Suchbegriff ein und liest dann bei Wikipedia den ersten Satz zum Messie-Syndrom wird einer durchschnittlichen Mutter flau im Magen. Dort heißt es:

Der Begriff Messie-Syndrom bezeichnet schwerwiegende Defizite in der Fähigkeit, die eigene Wohnung ordentlich zu halten

Ich fürchte das hab ich! Und noch dazu dreimal!

Mein ganz persönliches Messie-Syndrom hat die Form dreier süßer kleiner Defizite, die meine Fähigkeit, meine Wohnung in Ordnung zu halten, permanent auf die Probe stellen. Bevor ich mir aber bei Container Schmidt in München schon mal einen 37m³-Container kommen lasse um meine Müllsammlung zu entsorgen les ich mir den Artikel bei Wikipedia etwas weiter durch, als bis zum ersten Satz und bin wieder beruhigt. Vorerst verkneife ich mir den Anruf bei RTL2 😉

Wo ist der Unterschied

Es ist irgendwie erschreckend, aber das was da beschrieben wird, trifft auf einen Haushalt mit Kindern verdammt gut zu. Natürlich möchte ich diese psychische Störung nicht verniedlichen, aber sieht man davon einmal ab, so zeichnen sich klare Parallelen ab.

Desorganisationsstörung Kind

Man bezeichnet das Messie-Syndrom als eine Desorganisationsstörung. Ja, das sind meine Kinder. Was auch immer ich organisiere – sie stören mich dabei! Egal, was man plant und für sie vorbereitet, sie haben meistens andere Pläne. Das wird dadurch noch etwas schwieriger, weil alle drei jeweils einen eigenen Plan haben. Organisation in einem Haushalt voller Kinder ist hohe Kunst und geprägt von Frustration. Man muss flexibel sein und versuchen alle drei, in ihren Vorhaben zu synchronisieren. Auch wenn das am Ende dann nicht das Vorhaben ist, das man selbst gerne umgesetzt hätte.

Kinder haben eine Wertbeimessungsstörung

Ein Messie findet die Dinge, die er hortet wertvoll. Genauso machen das Kinder. Ob es Steine sind, Stöcke, oder Papierschnipsel. Die Kinder verstecken es in ihren Schatztruhen und hüten es wie ihren Augapfel. Lässt man ihnen freie Hand führt das definitiv über kurz, oder lang dazu, dass Ihr Zimmer vermüllt.

Messie auf Zeit

Jede Mutter siehst sich, zumindest bis die Kleinen weniger klein sind, ähnlichen Folgen ausgesetzt, wie ein Mensch, der unter dem Messie-Syndrom leidet. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht unmittelbar besser wird. Meine Älteste, die großen Wert darauf legt, nicht als Kind angsehen zu werden, wäre sicherlich ein dankbares Opfer für das RTL2 Messie-Team. Da sammelt sich Müll und Sonstiges, was dort nichts verloren hat, in ihrem Zimmer. Allerdings ist die Ursache glücklicherweise kein Zwang, sondern eher eine jugendliche Faulheit. Es könnte auch eine ekelige Form von Aufstand, oder Revolte sein. Auf jeden Fall kann man sie aber dazu bringen, den Stall auszumisten und da wird klar, dass sie keinen emotionalen Bezug zu dem Müll hat, den sie hortet.

Kleine Jäger und Sammler

Auch die kleineren Kinder haben einen Hang dazu ihr Zimmer mit allerhand Unrat zu füllen. Hier ist die emotionale Bindung allerdings schon höher und eine Trennung nicht immer schmerzfrei. Also entsorgt man die unhygienischen Utensilien, wenn die Kinder schlafen und sorgt möglichst dafür, dass sie die vermeintlichen Schätze nicht mit ins Bett nehmen. Dieses Verhalten wird sich aber hoffentlich ändern, wenn sie älter werden.

Bis dahin muss ich mit meinem kindlichen Messie-Syndrom wohl noch ein paar Jahre leben.

 

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