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Mehr Licht!

Ich liebe die Umwelt! Als wir unsere Wohnung bezogen haben, haben wir jede Energiesparlampe und jeden Spot durch eine LED ersetzt. Eine unglaubliche Ersparnis im Stromverbrauch uns sicherlich die richtige Entscheidung. Allerdings muss ich eines zugeben. Wir waren bei der Wattanzahl etwas zu knausrig. Zumindest bei einer unsere Lampen.

Weniger ist weniger

So eine 2 Watt Funsel an der Decke kann in finsterer Nacht durchaus Erleuchtung bringen. Scheint draußen aber der Vollmond, dann muss man ihm zugestehen, dass er zumindest die gleiche Leuchtkraft liefert. Will man an einem düsteren Tag die Stimmung etwas aufhellen und betätigt erwartungsvoll den Lichtschalter, dann stellt sich eher eine depressive Verstimmung an, als dass sich die der Raum erhellt. Gut, die Energiekosten haben wir im Griff und ganz so schlimm ist es auch nicht. Wir mussten damals sogar den Trafo in unserem Lichtsystem austauschen, weil der für Halogenlampen vorgesehene Trafo nicht bemerkt hat, dass Verbraucher angeschlossen waren.

Alltagstauglich mit Einschränkung

Geht es darum zu erkennen, was auf dem Tisch steht und was man gerade isst, dann ist unsere Essbereich und Küchenbeleuchtung absolut ausreichen. Will man Hausübung machen und ist es wirklich einmal winterlich trüb draußen, dann spürt man die Sparsamkeit der Leuchtmittel mit allen Sinnen. Im Alltag stört mich das Schummerlicht gar nicht. Ich mag es und finde es sogar gemütlich. Dass die LED Lampen nur auf sprichwörtlicher Sparflamme leuchten hat grundsätzlich ja auch sein Gutes. Heißt es doch, dass die hohen Blauanteile im LED-Licht schädlich für unsere Augen sind und blaues Licht uns ja grundsätzlich munter macht. Das kann bei uns nicht passieren.

St. Martin spendet Schatten

Ich bin ja in zweifacher Hinsicht an den bescheidenen Lichtverhältnissen rund um unseren Küchenbereich schuld. Einerseits habe ich die Wahl der energieeffizienten Lämpchen begrüßt und unterstützt. Andererseits gibt es da noch das Thema St. Martin. Jedes Jahr im Herbst bastelt jedes Kind eine Laterne. Die kunstvollen Papierkonstruktionen werden dann einmal ganz nach dem Motto „Ich geh mit meiner Laterne“ rund um die Kita getragen, dann bringt das Kind sie mit nach Hause. Einen guten Platz um die Laternen aufzubewahren gibt es nicht. Sie sind empfindlich und brauchen Unmengen an Platz. Also habe ich sie an unsere Lichtschiene gehängt. 3 Kinder mal mehrere Jahre ergibt eine zusätzliche, für unterdimensionierte LED Lampen undurchdringliche Barriere. Selbst schuld also.

Hausaufgabendilemma

So weit so düster. Im Rest der Wohnung bin ich durchaus zufrieden mit der Beleuchtung, Am Esstisch und in der Küche, wo ein System mit einer Schiene und mehreren kleinen Spots hängt, ist es aber definitiv zu dunkel. Die Älteste der drei Kinder macht momentan genau an diesem Esstisch ihre Hausübung. Damit sie alles sieht bin ich auf der Suche nach einer kleinen Schreibtischlampe. Die stelle ich dann, wenn sie Hausübung macht, auf den Esstisch und leuchte Buch, Heft und Federpenal professionell aus. Nachdem auch mein Sohn im Herbst in die Schule kommt, ist die Investition gleich doppelt sinnvoll. Schließlich brauchen zwei Kinder länger für ihre Hausübung. Damit kann es leicht passieren, dass eines der beiden Kinder recht spät und damit im Winter mit Einbruch der Dämmerung mit der Hausübung beginnt.

Hüpfende Lampen

Am besten scheint mir eine klassische Schreibtischlampe. Ein Schwenkarm mit einem Lampenschirm aus Metall. Etwa so, wie die kleine Lampe, die im Vorspann der Pixar-Filme das i in den Boden stampft. Ich habe ein paar solcher Lampen bei Vivaleuchten gefunden. Einfache Schreibtischlampen, die man mit einem Handgriff dorthin bewegt, wo man sie haben will. Ein Lampenschirm, der das Licht nur nach vorne abstrahlt, ohne zu blenden. Eine sinnvolle Investition in die Aufmerksamkeit meiner Kinder. Denn bei der Hausübung macht das blaue Licht viel Sinn. Schließlich sollen die Kinder ja konzentriert und wach bleiben. Aber auch mir wird es helfen konzentriert und bei der Sache zu bleiben.

Zirbeldrüse

Auch wenn ich nicht unbedingt eine Intelligenzbestie bin muss ich sagen, dass mich die Hausaufgaben meiner Tochter unterfordern. Der Reiz des Neuen ist während der ersten Klasse rasch vergangen und jetzt ist die Hausübung eine lästige Pflicht. Besonders ermüdend ist es, dass immer sehr viele ganz ähnliche Aufgaben gelöst werden müssen. Einmal muss ein Wort eine Zeile lang wiederholt werden. Ein anderes Mal ergibt eine halbe Seite an Rechnungen immer dasselbe Ergebnis. Meine Aufgabe, zuzusehen ist daher nicht immer einfach. Aus aktiver Mitarbeit wird schnell ein Tagtraum. In Gedanken gehe ich bestenfalls den Speiseplan und die Einkaufsliste durch und reflektiere im schlimmsten Fall Szenen aus dem Dschungelcamp, dem man sich kaum entziehen kann. Was mir hilft, bei der Sache zu bleiben, ist blaues Licht. Es regt die Aktivität der Zirbeldrüse an und sorgt dafür, dass der Körper kein Melatonin erzeugt. Damit bleibt die Müdigkeit hoffentlich aus.

Mehr Licht!

Wäre Goethe bei uns am Esstisch gestorben, dann würde ich seine berühmten letzten Worte ausgezeichnet verstehen. Ob das Zitat tatsächlich auf ihn zurückgeht und ob es vielleicht in einem ganz anderen Kontext, der die Interpretation der kryptischen Worte dramatisch verbessert, gesagt wurde, kann man nicht nachvollziehen. Hat er tatsächlich nur das Zitat „Mehr Licht“ hinterlassen, dann ist eine Interpretation in alle Richtungen möglich. Dass es 1832 noch keine extrem sparsamen LED Lampen gab muss aber nicht heißen, dass es heller war. Es kann also sein, dass Goethe und ich etwas gemeinsam haben.



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