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SIDS Risikofaktoren

Plötzlicher Kindstod, das Sudden Infant Death Syndrome, ist wohl die schlimmste Horrorvorstellung, die es für Eltern gibt. Neugeborene sind so zerbrechlich und schutzlos und als Mutter fällt es schwer, sie alleine zu lassen. Dass es passieren kann, dass das Baby plötzlich aufhört zu atmen und es dafür keine Erklärung gibt, sorgt nicht selten dafür, dass man ständig nachsieht, ob das Kind noch lebt. Allerdings gibt es ein paar SIDS Risikofaktoren, die man unbedingt kennen sollte!

Was ist SIDS

Es gibt für den plötzlichen Kindstod keine endgültige Erklärung. Das Kind stirbt, ohne dass sich eine Ursache feststellen lässt. In unseren Breiten ist SIDS die häufigste Todesursache bei Kindern. 1970 wurde SIDS wie folgt beschrieben.

Der plötzliche und unerwartete Tod eines Säuglings, der jünger als 1 Jahr ist und in der Regel über die unmittelbare perinatale Periode hinausgeht, was nach einer eingehenden Untersuchung des Falls nicht geklärt werden kann, einschließlich der Durchführung einer vollständigen Autopsie und einer Überprüfung der Todesumstände und der Krankengeschichte. Der Beginn der tödlichen Episode war vermutlich während des Schlafes (d.h. es war nicht bekannt, dass der Säugling wach ist).

Definition SIDS – Plötzlicher Kindstod, J.Bruce Beckwith weiterführende Informationen

Seit 1979 hat der Plötzliche Kindstod im ICD-Code und ist damit von der Welt Gesundheitsorganisation als eigenständiges Krankheitsbild beschrieben.

1991 hat die Mediziner Marian Willinger, zusammen mit anderen Medizinern eine neue, vereinfachte Definition geprägt.

Der plötzliche Tod eines Säuglings unter einem Jahr, der nach einer eingehenden Falluntersuchung, einschließlich der Durchführung einer vollständigen Autopsie, der Untersuchung des Todesfalls und der Überprüfung der klinischen Vorgeschichte, ungeklärt bleibt.

Definition SIDS – Plötzlicher Kindstod, Marian Willinger weiterführende Informationen

Statistische Wahrscheinlichkeit

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, vom plötzlichen Kindstod betroffen zu sein, von bestimmten Faktoren beeinflusst werden.

  • die meisten Neugeborenen sterben zwischen dem 2.-4. Lebensmonat
  • 60% der männlichen Neugeborenen sind betroffen
  • zwei Drittel sterben in der kalten Jahreszeit

Darüber hinaus zeigen Studien, dass Kinder, die bei der Geburt ein geringes Gewicht hatten, Mehrlinge, Kinder mit mehreren älteren Geschwistern und Kinder aus sozial schwächeren Familien ein erhöhtes Risiko haben. Diese statistischen Werte lassen sich nicht beeinflussen. Trotzdem haben zahlreiche Studien ergeben, dass es Risikofaktoren gibt, die die Eltern direkt beeinflussen können.

SIDS Risikofaktoren

Schlaf

Der plötzliche Kindstod tritt praktisch jedes Mal während dem Schlaf auf. Die richtige Schlafposition und die Ausstattung des Kinderbetts ist entscheidend. Die Babymatratze für Dein Baby muss fest sein, so dass das Kind nicht darin einsinken kann. Auch wenn das Schlafen im Elternbett gerne praktiziert wird und auch das Stillverhalten fördert, ist es ein Risikofaktor für SIDS. Besonders, wenn man zusammen mit dem Baby auf der Couch schläft steigt das Risiko. Das Schlafen in Bauchlage gilt allerdings als Hauptrisiko. Zusätzlich ist Wärme, also Überhitzung und ein Verlegen der Atemwege, etwa mit einem Kissen, der Decke, oder einem Stofftier gefährlich. Beim Schlaf des Neugeborenen müssen folgende Dinge berücksichtigt werden um die SIDS Risikofaktoren zu reduzieren

Richtige Schlafposition

Das Baby muss auf dem Rücken schlafen. Solange es wach ist, ist die Baulage zwar zu empfehlen, dabei muss es aber beaufsichtigt werden. Korrekt und sicher legt man das Baby auf den Rücken und dreht seinen Kopf dabei zur Seite. Damit die Kopfform nicht leidet sollte der Kopf einmal auf die eine und einmal auf die ander Seite gedreht werden. Die Bauchlage birgt das höchste Risiko für den plötzlichen Kindstod und muss auf jeden Fall vermieden werden. Das heißt auch, dass die Seitenlage, die eigentlich ungefährlich ist, vermieden werden muss. Der Grund dafür ist, dass das Baby im Schlag leicht auf den Bauch rollt.

Eigenes Kinderbett

Das Schlafen im Elternbett ist in vielerlei Hinsicht ein Risikofaktor. Die Eltern können dem Kind zu nahe kommen und ihm die Luft zum Atmen nehmen. Die weiche Matratze und die Decke sind weitere SIDS Risikofaktor. Dazu kommt eine Temperatur, die für die Säuglinge zu hoch ist. Ein eigenes Bettchen im Elternschlafzimmer ist die beste Vorsorge.

Alleine schlafen

Alleine, im eigenen Bett, ist am sichersten für das Baby. Die Temperatur neben den Eltern und unter der Decke im Elternbett ist zu hoch. Die Gefahr, dass etwas vor das Gesicht der Kleinen kommt, ist hoch.

Keine Decke und Kissen

Eine wahrscheinliche Ursache für SIDS ist die Verlegung der Atemwege. Das Kind atmet dieselbe Luft immer wieder ein und der CO2-Wert steigt. Die Reflexe sind noch nicht ausgeprägt genug, um darauf zu reagieren und das Baby erstickt. Damit die Atemwege auf jeden Fall frei bleiben ist unnötiges Material im Babybett tabu. Die harte Babymatratze und die Rückenlage sind ein Teil der Risikominimierung. Der zweite Teil ist der Schlafsack, in dem das Baby schläft. Der Schlafsack wärmt es, kann aber nicht über den Kopf, oder bis zur Nase hochgezogen werden. Auch Nestchen, Stofftiere, Spucktücher und anderes weiches Material darf auf keinen Fall in der Nähe des Kindes liegen.

Richtige Temperatur

Die Temperatur im Schlafzimmer des Kindes darf 18° nicht übersteigen. Ist es zu warm beginnt das Baby zu schwitzen. Das kann man leicht im Nacken prüfen. Auch im Winter darf nicht zu stark geheizt werden.

Rauchfrei

Neben der Schlafposition ist der wichtigste und gefährlichste SIDS Risikofaktor, das Rauchen. Eltern sollten schon vor der Schwangerschaft das Rauchen aufgeben. Eine rauchfreie Umgebung ist ein absolutes Muss, ohne Wenn und Aber. Auch am Balkon, oder in einem anderen Zimmer zu rauchen gefährdet das Kind. Rauchen in der Schwangerschaft und auch nach der Geburt ist ein großer SIDS Risikofaktor!

Schnuller, Stillen und andere

Einige Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Stillen in den ersten 6 Monaten das Risiko reduziert. Auch die Verwendung eines Schnullers hat positive Effekte. Zumindest dann, wenn das Kind den Schnuller gewohnt ist. Gab es in der Familie bereits einen Fall von plötzlichem Kindstod, kam das Kind zu früh, war es zu leicht, oder sind es Zwillinge, dann sind das alles weitere SIDS Risikofaktoren.

SIDS verhindern

SIDS kann man nicht zuverlässig verhindern. Studien sprechen immer von Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten. Solange die Ursachen aber noch nicht geklärt sind, kann man keine verlässlichen Vorsorgemaßnahmen ergreifen. Auch Kinder, die in Rückenlage schlafen, nicht überhitzen, nicht zugedeckt sind und deren Eltern Nichtraucher sind, sind sicher. Auch kann der plötzliche Kindstod bei Kindern bis zu 2 Jahren auftreten. Gehört das eigene Kind zu einer Risikogruppe, oder will man einfach etwas mehr Sicherheit, dann kann man einen speziellen Bewegungsmelder, wie diesen hier anschaffen. Auch wenn die Gefahr überschaubar ist, die Zahlen, dank Aufklärung rückläufig sind und pro Jahr nur etwas mehr als 100 Kinder an SIDS sterben, bedeutet jedes einzelne eine Tragödie und einen unwiederbringlichen Verlust. Vermeidet man Risiken und beherzigt die 3R-Regel, dann reduziert man damit das SIDS Risiko deutlich.

Rückenlage – Rauchfrei – Richtig gebettet!

Die „3R–Regel“

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