Vaterliebe – Mutterliebe

Ja, jeder liebt seine Kinder. Aber gibt es einen Unterschied zwischen der Liebe der Mutter und der Liebe des Vaters zu seinen Kindern, oder ist die universelle Eltern-Kind-Liebe bei allen Geschlechtern gleich?

Soweit ich in die Beziehungswelten zwischen meinen Kindern und ihrem Vater einblicke muß ich sagen, es gibt einen Unterschied!

Das ganze beginnt schon im Mutterleib. Der Begriff Mutterleib an sich schließt den Vater ja von vornherein aus. Auch wenn der werdende Vater gerne den Bauch streichelt, jeden Frauenarzt Termin mitmacht und mit dem Kleinen im Bauch plaudert, so bilden die ersten Tritte, das Gefühl, dass da jemand drin ist und alle schönen und weniger schönen Nebenerscheinungen der Schwangerschaft schon ein ganz besonderes Band. Diesen Vorsprung von neun Monaten kann der Vater nur sehr schwer aufholen.  Kaum ist das Baby geschlüpft hat der Vater erste Berührungen und die Möglichkeit eine Beziehung aufzubauen. Der kleine Wurm kennt seine Stimme vielleicht schon aus dem Bauch, aber die innige Erfahrung des Stillens und die damit verbundene 24-Stunden-Bereitschaft bleibt dem Vater verwehrt. Während die Mutter die erste prägende Zeit zu Hause verbringt und die Bindung verstärkt geht Papa arbeiten und wenn er Pech hat sieht er den Nachwuchs unter der Woche nur schlafend. Die erste prägende Phase führt dazu, dass die Kinder, wenn sie Bedürfnisse haben zuerst die Mutter ansprechen. Jeder kennt das Klischee des überforderten Mannes der mit den Kindern alleine den Haushalt schmeißen muss, weil die Mutter mal nicht da ist. Die Kinder schätzen die Souveränität mit der die Mutter sich um alle Alltagsprobleme in gewohnter Weise kümmert und der Vater, der oft nicht da ist und die eingefahrenen Abläufe und Rituale nicht kennt ist für die Kinder bestenfalls zweite Wahl.

Soweit so gut. Unsere Familie funktioniert momentan ganz klassich. Mama zu Hause und Papa im Büro. Auch wenn mein Mann eben (zu) selten da ist und deswegen viel verpasst und unsere Organisation und unseren Alltag nicht so gut kennt, dass er ohne sich jede Reibung einfügt, wenn er mal einen Tag zu Hause ist, so baut er sich doch auch eine sehr innige Beziehung zu den Kindern auf. Wenn ich mal nicht da bin schafft er es problemlos die Kleinen zu Bett zu bringen und ist er mit ihnen allein unterwegs sind die Kinder glücklich und vermissen nichts.

Ich denke, dass jeder von uns seine Nische im Leben der Kinder füllt. Das führt, wenn mein Mann zu Hause ist, oder wenn wir gemeinsam auf Urlaub sind zwangsläufig zu Spannungen, im normalen Alltag aber sind wir in der Welt der Kinder für verschiedene Dinge zuständig. Die Kinder wissen, dass Mama keinen so tollen Spaziergänge, oder Einkaufstouren durch den Supermarkt unternimmt und Papa einfach beim Einschlafen nicht so kuschelig ist, wie Mama.

Meine Kleinen sind noch sehr klein und ich sehe bei den Kindern meines Mannes aus erster Ehe, dass sich diese Beziehung stark wandelt. Auch der Umgang zwischen Töchtern mit ihrem Vater ist ein ganz anderer, als zwischen Söhnen. Ich bin mir sicher, dass Papa und Mama die Kleinen gleich viel, aber ganz anders lieben. Und das ist genau richtig so.

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