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Zahngesundheit – Vorsorge für die Zähne

Zahnen ist bei Babys und Kleinkindern immer mit Problemen verbunden. Die Schmerzen, die Zähne beim Durchbrechen des Zahnfleisches verursachen, sind eine Belastung für Kind und Eltern. Das Kleine jammert und schreit den halben Tag und man besorgt nach und nach immer mehr Modelle von Beissringen, um die Schmerzen ein wenig zu lindern. Sind dann irgendwann die meisten Milchzähne draußen, ist man versucht zu glauben, dass das Thema Zähne für die nächsten Jahre erledigt ist. Bei einigen Kindern ist das auch so und tatsächlich hat es mich die letzten Jahre kaum bewegt. Wir haben unsere halbjährlichen Kontrolltermine bei unserem Zahnarzt absolviert und in den allermeisten Fällen hat er nach einer gewissenhafte Kontrolle bestätigt, dass alles in Ordnung ist. In den letzten Monaten kommt aber wieder etwas Bewegung in die Sache und ich lerne ständig neue Dinge über Zähne.

Jedes Gebiss ist anders

Unsere drei gemeinsamen Kinder haben völlig unterschiedliche Zähne. Während die Älteste perfekt gerade und wirklich schöne Zahnreihen hat, sieht es bei ihren Geschwistern anders aus. Ihr Bruder hat einen Eckzahn, der etwas aus der Reihe steht und die Kleinste hat offensichtlich viel von mir. Wir haben beide keine Anlangen für verschiedene bleibende Zähne. Einzelne Milchzähne bleiben also dauerhaft im Mund, weil einfach kein Zahn nachkommt. Hier hatte ich in der letzten Zeit einige Aha-Erlebnisse. Denn das ist nicht das Einzige, das im Mund der Jüngsten nicht so ist, wie man es erwartet.

Zahn frisst Zahn

Obwohl ich selbst noch Milchzähne im Mund habe, wusste ich nicht viel darüber. Wir alle kennen aus unserer Kindheit die kleinen Milchzähne, die zuletzt noch mit einer zackigen Kante am Zahnfleisch hängen. Ich dachte, dass sie einfach so aussehen, also keine Wurzel haben und recht oberflächlich im Zahnfleisch stecken. Wahrscheinlich glauben das viele Menschen, denn man bekommt die unterseite vom Milchzahn erst zu sehen, wenn er ausgefallen ist. Allerdings hat auch ein Milchzahn eine ziemlich normale Wurzel, wie man sie hoffentlich nur von Illustrationen kennt. Diese Wurzel wird allerdings durch den bleibenden Zahn, der nachwächst aufgelöst.

Blase auf Abwegen

Unser Zahnarzt hat mir erklärt, dass rund um den nachfolgenden Zahn eine Blase besteht, die alles, was ihm beim Wachsen in den Weg kommt, auflöst. So schiebt sich der Zahn langsam durch den Kieferknochen und löst Stück für Stück die Wurzel seines Vorgängers auf. Am Ende sitzt der Zahn direkt unter dem Milchzahn, vom dem dann nur noch das obere Ende übrig bleibt. Weil er ohne Wurzel keinen Halt mehr hat, beginnt er zu wackeln und fällt schließlich aus. Wächst kein neuer Zahn nach, dann behält er seine Wurzel und kann, genauso wie die anderen Zähne, jahrzehntelang Nahrung zerkleinern. Das ist aber nicht das Einzige, das im Mund meiner Tochter außerplanmässig passiert. Ein neuer Zahn ist insgesamt kein netter Zeitgenosse. Er bahnt sich mit Gewalt seinen Weg und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Man sollte ihm also nicht in die Quere kommen. Es ist allerdings schwierig, dem neuen Zahn und der Armee aus Odontoklasten auszuweichen, wenn er sich für die falsche Richtung entscheidet.

Odontoklasten auf dem Vormarsch

Als absoluter Laie kann ich nur wiedergeben, wie ich den Prozess verstanden habe. Auf dem Weg durch das Kiefer steckt der Zahn in einem Säckchen. Durch den Druck, der beim Wachstum entsteht, löst er im Körper ein biologisches Startsignal aus, das gleichzeitig zwei Baustellen eröffnet. Einerseits aktiviert dieses Signal die Odontoklasten, spezialisierte Zellen, die den harten Kieferknochen direkt über dem Zahn abbauen, um einen Tunnel freizumachen. Andererseits fressen genau diese Zellen auch die Wurzel des alten Milchzahns von unten her Stück für Stück auf, sodass dieser seinen Halt verliert und zu wackeln beginnt. Während die alte Wurzel verschwindet, wächst unten am neuen Zahn die eigene Wurzel nach und schiebt ihn wie einen Fahrstuhl durch den geöffneten Tunnel nach oben. Am Ende fällt der alte, wurzellose Milchzahn aus, das Zahnfleisch teilt sich und die neue, weiße Zahnspitze kommt im Mund zum Vorschein.

Platzprobleme

Bei meiner Tochter haben sich die beiden Eckzähne im Oberkiefer leider entschlossen, die falsche Richtung einzuschlagen. Statt also zielstrebig auf den jeweiligen Vorgänger zuzusteuern sind sie an der Rückseite des Kiefers auf einen Nachbarzahn zugewachsen. Die Odontoklasten fragen leider nicht lange, was sie gerade auflösen. Also hätten sie kurzerhand auch die Wurzel des intakten Nachbarzahns zerstört, damit die Eckzähne genug Platz haben. Die Lösung war ziemlich radikal, aber wirksam. Ihr wurden auf beiden Seiten jeweils zwei Milchzähne gezogen. Außerdem hat sie eine herausnehmbare Zahnspange bekommen. Eine Gaumenplatte, die ich jede Woche etwas breiter schraube und die die Zähne insgesamt auseinanderdrückt. Anfangs sah es nicht so aus, aber mittlerweile haben die beiden Eckzähne die Richtung geändert und sind jetzt auf dem richtigen Weg. Sie sollten in den nächsten Wochen durchbrechen. Danach wird meine Tochter eine feste Zahnspange bekommen, die ihre Zähne richtig ausrichtet.

Unterstützende Milchzahnextraktion

Die Jüngste hat eine recht niedrige Schmerztoleranz. Das Entfernen der Zähne war also nicht unbedingt einfach. Bei meinem Sohn, der sich jeden wackelnden Milchzahn kurzerhand innerhalb einer halben Stunde aus dem blutigen Zahnfleisch gerissen hat, hätte ich keine Probleme erwartet. Als auch bei ihm ein Milchzahn entfernt werden musste, um das Wachstum des nachfolgenden Zahns zu beschleunigen, hat sich aber gezeigt, dass auch er eine Schmerzgrenze hat. Zwar ist er dabei relativ ruhig geblieben, aber so gelassen, wie ich erwartet hätte, war er nicht. Auch er soll eine fixe Zahnspange bekommen. Dazu müssen aber alle bleibenden Zähne gewachsen sein. Das wollten wir mit dem Entfernen des letzten Milchzahns beschleunigen.

Vorsorge

Wenn ich über das nachdenke, was in den Mündern meiner Kinder in den letzten Monaten passiert ist, dann wird mir klar, dass die regelmäßige Überwachung der Zähne ein absolutes Muss ist. Würden wir nicht regelmäßig zur Kontrolluntersuchung gehen, wäre es wohl nie aufgefallen, welches Risiko besteht. Nicht nur, dass die beiden nachkommenden Zähne ziemlich schief durchgebrochen wären, sie hätten dabei auch noch zwei andere bleibende Zähne zerstört. Zähne, die im Gebiss meiner Tocher dauerhaft gefehlt hätten. Es gibt also Umstände, die man erst auf einem Röntgenbild, oder mit einem erfahrenen Experten erkennen kann. Zahnprobleme können unerwartete Folgeprobleme auslösen. Schmerzende und von Karies befallene Zähne, sind nur die Spitze des Eisbergs. Entzündungen im Mund belasten den Körper und können bis zu Herz- und Schlaganfällen führen. Tummeln sich Bakterien rund um die Zähne und im Kiefer, können sie leicht auch in den Körper gelangen und etwa Lungenentzündungen auslösen. Karies und Paradontitis, die dem Kieferknochen angreift, sind außerdem eine echte Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Willkommen im 21. Jahrhundert

Geht man heute an einem Barbershop vorbei, dann fällt die weiß, blau und rote drehende Säule auf. Das Erkennungszeichen der Herrenfriseure ist auf die Bader zurückzuführen, die bis ins 19. Jahrhundert und teilweise auch noch länger, Haare schnitten und als medizinische Ersthelfer auch Zähne behandelten. Die sich drehende Säule erinnert an die blutigen Handtücher, die die Bader als Erkennungszeichen aufhingen. In erster Linie wurden Zähne gezogen. Auch vor 50 Jahren ging man nur dann zum Zahnarzt, wenn man Schmerzen hatte. Im Laufe der Zeit wurde aus der Zahnmedizin, aus einer reparierenden Schmerzbehandlung, eine hochmoderne vorsorgeorientierte Wissenschaft. Die Methoden sind nicht mit dem zu vergleichen, was unsere Eltern und teilweise auch wir in unserer Kindheit beim Zahnarzt erlebt, bzw. erlitten haben. Selbst wenn einmal gebohrt werden muss, arbeitet der Zahnarzt viel präziser und mit dem Ziel so wenig wie möglich zu entfernen. Früher wurde gerne mal etwas mehr entfernt, um sicher zu gehen. Ein Fortschritt gegenüber den Badern, die schmerzende Zähne kurzerhand gezogen haben, aber insgesamt wurde nicht viel weniger radikal gearbeitet. Wer in den 1970er und 1980er Jahren eine Zahnbehandlung bekommen hat, wird wissen, was ich meine.

Breite Auswahl

Heute kann man ruhigen Gewissens zum Zahnarzt gehen. Die Praxen sind modern ausgestattet und für die Zahnärzte steht die Erhaltung der Zähne an oberster Stelle. Vorsorgeuntersuchungen, Zahnhygiene und moderne Zahnpflege daheim lassen unsere Zähne und die unserer Kinder, lange gesund bleiben. Fällt tatsächlich einmal auf, gibt es zahlreiche Experten. Sucht man spezialisierte Oralchirurgie im Raum Köln, wird man genauso einfach fündig, wie bei der Suche nach Kieferorthopäden in München, oder einen Zahnarzt in Leipzig. Spezialisierungen auf Kinder, besondere Angebote für Angstpatienten und viele andere Bereiche, sind zum Glück keine Seltenheit. Allerdings nützt das beste Angebot nichts, wenn man es nicht nutzt.

Zahnmedizin ist Pflicht

Unsere ganze Familie geht zweimal pro Jahr zum Zahnarzt. Man kennt uns dort und wir fühlen uns sehr wohl. Meine Kinder gehen sehr gerne hin. Es ist meinem Mann und mir gelungen, dass sie diese Besuche als Selbstverständlichkeit verstehen. Mittlerweile sind wir auch sehr häufig bei unserer Kieferorthopädin, wo regelmäßig der Fortschritt der Zahnregulierung und das Wachstum der fehlenden Zähne gecheckt werden. Mit der jährlichen Zahnhygiene sitzen alle Kinder also mindestens dreimal pro Jahr auf einem Behandlungsstuhl. Sie kennen es nicht anders und ich bin sicher, dass es ihnen auch später sehr leicht fallen wird, ihre Zahngesundheit durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen abzusichern. Sie verringern damit das Risiko an gesundheitlichen Folgen und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein langes gesundes Leben.

Angstpatienten sterben aus

Es ist unangenehm, wenn man wehrlos mit offenem Mund auf dem Behandlungsstuhl liegt. Weder kann man etwas sagen, noch versteht man, was Zahnarzt und Helferin besprechen. Die Instrumente sieht man nur im Augenwinkel und was als nächstes passiert, kann man nur schlecht abschätzen. Dazu kommt, dass es natürlich auch unangenehm und oft auch schmerzhaft sein kann, was im Mund passiert. Dass man nicht gerne zum Zahnarzt geht, kann ich genauso nachvollziehen, wie echte Angst vor dem Zahnarzt. Ich kenne mehrere Personen, die genau dieses Problem haben. Ihre Zahnärztinnen und Zahnärzte sind allerdings ausgesprochen einfühlsam und nehmen Rücksicht. Es gibt eigene Termine, bei denen keine Behandlung im herkömmlichen Sinn erfolgt, sondern erst einmal eine Bestandsaufnahme gemacht wird. Dann wird die Behandlung erklärt und geplant. Mit dieser einfühlsamen Heranführung an die Zahnmedizin wird zusammen mit moderner, minimalinvasiver Technik, die Angst deutlich reduziert. Die modernen Geräte und Methoden verursachen auch deutlich weniger Schmerzen, als Werkzeuge, die bei unserer Elterngeneration zum Einsatz kamen.

Ein Baustein für die Gesundheit

Als Eltern haben wir die Pflicht, unsere Kinder bestmöglich zu versorgen. Dazu gehört neben der Ausstattung natürlich die Ernährung, die Erziehung und Ausbildung, sowie die Gesundheit. Wir achten darauf, dass sie die richten Schuhe tragen, warm oder sommerlich genug gekleidet sind und wählen mit Bedacht Kindergarten und Schulen aus. Bei der Gesundheit legen wir in der Kindheit den Grundstein für das Verständnis der Kleinen. Was sie in der Kindheit lernen, behalten sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ganzes Leben lang bei. So wie wir früher ständig mit den Kindern zur Kinderärztin mussten, weil sie krank waren, so finden sich unserem Familienkalender heute zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen.

Muttermalkontrolle beim Hautarzt, eine jährliche Kontrolle beim Augenarzt, die Gesundenuntersuchung bei der Kinderärztin, Impfungen und natürlich Zahnarztbesuche gehören zu unserem Familienalltag, wie Schulveranstaltungen, Friseurbesuche und Familienfeiern. Moderne Medizin ist in vielen Bereichen überwältigend. Allerdings hat sie einen großen Nachteil. Wir haben keinerlei Vorteil von den beeindruckenden Fortschritten, wenn wir nie zum Arzt gehen. Medizin insgesamt und Zahnmedizin im Besonderen, haben einen klaren Schwerpunkt in der Vorsorge. Geben wir unseren Kindern das Bewusstsein für die gewaltigen Vorteile der Vorsorge mit auf den Lebensweg und schaffen damit den Grundstein dafür, dass sie ein langes aktives Leben, ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen leben können!

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