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Auszeit im Garten

Wie ich ja bereits berichtet habe, haben wir uns ein kleines Häuschen in Ungarn gekauft. Meine Einstellung dazu hat sich in den letzten Monaten stark verändert. In erster Linie macht ein Haus mit Garten Arbeit. Ich habe genug zu tun, unsere Wohung sauber zu halten. Weitere 70 Quadratmeter Haus bedeuten auch nochmal 70 Quadratmeter Hausarbeit. Vom Garten habe ich mich bisher ferngehalten, aber mein Mann ist mit Motorsense und Rasenmäher einmal pro Woche 2-3 Stunden unterwegs. Insgesamt ist unser Häuschen also arbeitsintensiv. Nüchtern betrachtet – und das habe ich die erste Zeit gemacht – ist es also doof, ein Haus zu kaufen. Jetzt sehe ich das etwas anders und möchte meine ursprüngliche Meinung gerne ändern.

Unbeirrter Inneneinrichter

Mein Mann hat das Potential, das in unserem kleinen Haus steckt, viel früher erkannt. Er hat den Kaufvertrag unterschrieben, das Haus bezahlt und sich um die Renovierung gekümmert. Er hat Bodenbeläge besorgt und für das Ausgleichen des Bodens verschiedene Dämmplatten besorgt. Danach ist er dann einige Wochenden auf den Knien durchs Haus gerutscht und hat die Böden verlegt. Dabei hat er konsequent auf Schnäppchen gesetzt und was ging auch gebraucht gekauft. Der Boden in den beiden Schlafräumen stammt aus einem Restaurant und für den Bodenbelag für die Küche haben wir einen kleinen Ausflug gemacht. Obwohl ich wenig Interesse gezeigt habe, hat er nach und nach das ganze Haus komplett möbliert und von der Kücheneinrichtung, über Etagenbetten für die Kinder, bis zu den Handtüchern nach und nach alles besorgt und hingebracht.

Wildwuchs

Öfter mal hatte ich wenig Lust, mit meiner Familie nach Ungarn zu fahren um in unserem Haus zu schlafen, aber in den letzten zwei Monaten ist etwas passiert. Da wir für fast drei Monate nicht in den Garten fahren konnten, weil die Grenzen geschlossen waren, ist das Haus nach und nach zugewachsen. Mein Mann hat mich gebeten mitzukommen, weil er mit dem Garten so viel zu tun hatte, dass er die Kinder nicht beaufsichtigen konnte. Also bin ich anfangs widerwillig mitgekommen. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass ich recht hatte. Ich musste putzen und wischen. Musste Betten neu beziehen und habe nach und nach das ganze Haus wieder zum Glänzen gebracht. Allerdings ist dabei etwas passiert. Ich habe unser Häuschen ins Herz geschlossen.

Home sweet Zweithome

Bei uns herrscht eine recht strikte Gewaltentrennung. Ich kümmere mich um den Haushalt und mein Mann hat andere Pflichten. Ich mag es nicht unbedingt, wenn er sich zu sehr einbringt. Im Haushalt in Ungarn hat er, nachdem er oft alleine dort war, ein paar Dinge eingeführt. Nach und nach habe ich einiges verändert und es mir gemütlich gemacht. Unser Haus steht in einem winzigen Dorf mit etwa 60 Einwohnern. Noch dazu liegt es am Dorfrand. Zwar führt die Ortsdurchfahrt als einzige Straße direkt an unserem Haus vorbei, da fahren aber nur Traktoren und hin und wieder Autos, oder der Bus. Insgesamt ist es sehr still. Der größte Vorteil ist aber die Temperatur. Rund um unser Dorf ist nichts. In jede Richtung gibt es etliche Kilometer Wald und Felder. Klar, dass es dort Nachts richtig kalt wird.

Corona und Homeoffice

Den letzten Ausschlag hat allerdings die Coronazeit gegeben. Ich war noch etwas skeptisch, aber mein Mann hat mich überredet, wochenweise mit ihm nach Ungarn zu ziehen. Er hat coronabedingt bis heute jede zweite Woche Homeoffice. Also sind wir, nachdem die Grenzen wieder geöffnet wurden, wochenweise nach Ungarn gezogen. Und ich muss sagen, es ist toll! Klar ist es tagsüber heiß, schließlich war ja Sommer. Aber wir haben dank meines Mannes Sonnenschirme und bequeme Stühle, Außerdem gibt es ein Pool, in dem die Kinder sich abkühlen können. Innen ist alles da, was man braucht. Nachdem wir Internet eingeleitet haben, haben wir jetzt auch störungsfreien Empfang von Radiosendern, die wir über eine Alexa hören. Abends wird der kleine Sprachassistent mit einer Powerbank mit Strom versorgt und spielt unsere Playlist, während wir im Schein einer Petroleumlampe im Garten sitzen und die Sterne beobachten.

Gartenhaus

Mein Mann erzählt mir immer wieder, wie sehr er die Zeit im Gartenhaus seiner Eltern genossen hat. Dort gab es weder Strom, noch warmes Wasser, aber genau das hatte den Charme, den er so genossen hat und an den er sich heute noch gern erinnert. Das Vogelgezwitscher, dass man am Morgen hört, wenn man die Augen öffnet, ist wirklich einzigartig. Bei uns hört man wenig, solange die Fenster geschlossen sind. Ansonsten ist es eine Mischung aus Straßenlärm, Straßenbahn und Feuerwehreinsätzen. Ein kleines Haus im Grünen ist da eine tolle Abwechslung. Für eine Nacht braucht man auch nicht viel. Wenn man an ein Grundstück kommt, dann reicht ein alter Wohnwagen, ein Holzhaus, oder ein klassisches Gartenhaus, wie man es hier auf www.gartenhausfabrik.de bekommt. Auch wenn unser Haus auch für eine Woche alles bietet, was man braucht, ist es immer noch ein Abenteuer, dort zu schlafen.

Mikrourlaub

Aus dem Alltag zu entfliehen ist eine tolle Sache. Der Trend geht ohnehin (auch ohne Pandemie) weg von den langen Fernreisen, hin zum Mikrourlaub. Die kurze Auszeit und der Ortswechsel reichen schon aus, um einen Erholungseffekt zu bringen. Das merkt man auch bei meinen Kindern sehr deutlich. Ab der zweiten Nacht ist alles anders. Sie sind ruhiger und entspannter und schlafen Morgens länger. Wir schlafen alle in einem Zimmer. Das kennen wir sonst nur aus Hotels. Alleine diese Tatsache ist schon etwas, das die Übernachtung im Haus zu etwas besonderem macht. Aber nicht nur die Nächte sind außergewöhnlich. Auch tagsüber steht den Kindern eine riesige Freifläche zur Verfügung. Auch wenn mein Mann eifrig am englischen Rasen arbeitet steht er damit noch nicht einmal am Anfang. Also stört es auch nicht, wenn sie mitten im Garten damit beginnen, ein Loch zu buddeln.

Digital Detox

Zwar haben wir jetzt auch einen Internetanschluss in unserem Haus, aber unser Medienkonsum ist deutlich geringer. Mein Mann sitzt vor seinem Notebook im Garten und macht seine Kollegen bei den Videokonfernzen neidisch und die Kinder und ich beschäftigen sich tagsüber in erster Linie offline. Auch wenn wir daheim sehr gerne mal fernsehen und die Flimmerkiste im Mittelpunkt der meisten unserer Abende steht, stört es niemanden, dass wir in unserem Haus keinen Fernseher haben. Stattdessen gibt es jeden Abend etwas Musik und ein Märchen, das wir von Smartphone aus abspielen. Das reicht den Kindern zum Einschlafen. So gesehen kann ich wirklich nur jedem Raten, sich auch so einen Platz zu schaffen. Ein einfaches kleines Häuschen im Grünen. Man braucht nicht viel dafür, aber auch wenn es eine kleine Investition ist, dann kommt sie der ganzen Familie zugute.

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