Unausgewogen ausgewogen

Gemüse und Kinder passt einfach nicht zusammen. Das Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ lässt sich problemlos auch auf Kinder anwenden. Meine Kinder sind bei der Ernährung keine Ausnahme. Bis auf eine. Die ist eine absolute Ausnahmeerscheinung.

Gemüse? Bäh!

Es ist wirklich eine harte Sache, seine Kinder halbwegs ausgewogen zu ernähren. Sie würden am liebsten jeden Tag dasselbe essen. Bei meiner ältesten sind das Nudeln und mein Sohn steht auf Kartoffeln. Eine Gemeinsamkeit mit dem Sohn von Jil, von vonherzenundbunt.de, die auf ihrem Blog zur Blogparade zum Thema „Nein, mein Gemüse ess ich nicht“ aufruft. Klar bin ich da dabei!

Ernährung als Herausforderung

Der Speiseplan meiner Kinder wäre sehr einseitig, wenn ich nicht mit aller Kraft dagegen arbeiten würde. Milchschnitten, Joghurt und Wurst wäre für sie eigentlich ausreichend um sich zu ernähren. Allerdings haben sie da die Rechung ohne die Wirtin gemacht und bekommen deswegen auch mal was anderes zu Essen.

Hält man sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auf der Website Fit Kid, dann ist es wirklich hart, die Kinder dazu zu bringen sich nach Empfehlung zu errnähren. Jeden Tag sollen die Kleinen zwischen 1 und 4 Jahren 80-100g Getreideprodukte, oder Kartoffeln, 80g Gemüse und 5g Öle bekommen. Jede Woche sollen 100g Obst, 200g Milch und MIlchprodukte, 20g Käse, 80g Fleisch und Wurstwaren, 50g Fisch und 1 Ei auf den Tisch kommen. Alles zusammen soll man als Mutter also pro Kind 1.745g sorgfältig zusammengestellte Nahrung darreichen und darauf achten, dass sie rückstandfrei verzehrt wird. Soweit zur Theorie.

Praktisch ist das unpraktisch

Schön wärs natürlich, wenn man den Kindern ihr Essen vorsetzt und der wohlerzogene Nachwuchs bedankt sich artig, verspeist das Mahl und setzt dann sein ruhiges und pädagogisch wertvolles Spiel fort. Allerdings ist Kindererziehung kein Ponyhof und dewegen toben die Kleinen vor und nach den Essenszeiten durch die Wohnung und halten mit ihrer Kritik am Essen meist auch nicht hinterm Berg. Da wird das Essen beäugt, bestenfalls die gewohnten und beliebten Teile gegessen und der Rest mit einem „Bäh“, oder der Behauptung satt zu sein weggeschoben, oder stehen gelassen. Da sitzt man dann also mit ein paar Tellern voller Beilagen und zweifelt an den eigenen Kochkünsten. Also überlegt man sich Alternativen. Kartoffeln sind das kleinste Problem, die essen meine Kinder in fast jeder Form. Getreide ist im Brot und wir haben auch oft Reis. Den Punkt kann ich also abhaken. Beim Gemüse wird es schwieriger. Die Kinder essen ihr Gemüse eigentlich am liebsten roh. Meist werden Gurken und Karotten aufgeschnitten. Die Kinder essen aber auch manchmal Gemüsebeilagen. Obst schaffen wir auch, das bekommen sie in die Kita mit. Milch und Milchprodukte ist auch einfach. Sie essen gerne Joghurt und trinken Joghurtdrinks. Käse ist wieder schwieriger. Den essen sie nicht immer. Beim Fleisch liegen wir sicher zu hoch. Sie mögen einfach Wurst und als Snack zwischen durch gibt es schon mal das Österreichische Version der Bifi. Fisch haben wir eigentlich auch fast jede Woche, aber das Ei schaffen wir nicht immer, wobei das ja auch in den Nudeln ist. Alles in Allem eigentlich nicht ganz so schlecht.

Phänomenales Kind

Bei der Ernährung sind alle Kinder gleich. Grüne und glibberige Sachen werden weniger gern angenommen, als kompaktes in Gelb-, oder Rot-Tönen. Eigentlich ist Gelb die einzige kräftige Farbe, die die Kinder gerne im Essen haben. Alles andere ist eher pastellfarben 😉

Allerdings ist meine Kleinste da komplett anders gestrickt! Mit einem Jahr isst sie beherzt Alles, wirklich Alles, was man ihr anbietet. Gut, sie mag kein Eis, aber ich glaube das liegt an der Kälte. Sie isst jedes Gemüse, mit Hingabe Pilze und sonst tatsächlich wirklich und echt Alles, was man ihr vorsetzt. Also ist sie, außer dass sie als einzige durchschläft, an 90% der Tage nur lächelt und zufrieden ist und in allem was sie tut, sehr angenehm und unauffällig ist, auch noch bei der Ernährung ein dankbarer Esser. Bei ihr mach ich mir absolut keine Sorgen, dass sie sich ausgewogen ernährt. Vom Spinat bis zur Karotte kann man ihr alles vorsetzen und sie verputzt ihre kleinen Portionen mit Appetit und Ausdauer.

Ein gelungener Abschluss unserer Familienplanung und eine schöne Entschädigung für die Schwierigkeiten bei der Ernährung ihrer beiden Geschwister.

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