Wer nicht fragt bleibt dumm

Wieso wird eigentlich die Ampel rot und warum geht der Hund an der Leine. Wohin geht dieser Passant und wann machen wir Urlaub. Warum muss Papa arbeiten und was gibt es heute zum Abendbrot?

Kinder können einen mit ihren Fragen extrem nerven. Meine Älteste ist ein perfektes Beispiel dafür. Sie ist generell sehr redselig und interessiert sich für Alles und Jeden. Oft fühlt es sich so an, als ob sie von früh bis spät durchgehend reden würde. Wenn sie dann mal Pause macht greift sie gerne zu lärmenden Spielsachen, wie Flöten, Trommeln, oder elektronischem Spielzeug, das mehr oder weniger penetrante Geräusche von sich gibt.

Die Zeit um ihren vierten Geburtstag hat sie angefangen das Thema W-Fragen nach allen Richtungen auszureizen. Sie hat uns den ganzen Tag gelöchert und alles, was ihr über den Weg gelaufen ist minutenlang hinterfragt. Jetzt ist es aber so, dass der Mensch an sich über einige Schutzmechanismen verfügt, die ihn und z.B. sein Gehirn vor schädlichen Einflüssen, wie Überreizung, schützen.

Also beginnt man ganz automatisch irgendwann, wenn so eine kleine aufgeweckte Prinzessin den ganzen Tag vor sich hinredet dieses Grundgeräusch auszublenden. Man kennt das sicher von anderen Hintergrundgeräuschen, wie dem Straßenlärm, oder Baustellenslärm. Man gewöhnt sich dran, denkt an was anderes und nimmt es nicht mehr bewußt wahr.

Leider passiert so etwas mitunter, wenn man den ganzen Tag berieselt wird. Klar ist das nicht fair gegenüber dem Kind und ich mach das ja auch nicht absichtlich, aber wenn man ehrlich ist sind die meisten Aussagen der Kleinen von niedriger Relevanz und man ist nun mal ab und zu eben mit etwas anderem beschäftigt, liest einen Brief, oder konzentriert sich schlicht auf die Hausarbeit.

Abgesehen davon, dass es nicht nett ist sein Kind einfach auszublenden hat das auch noch andere negative Effekte. Man erkennt oft doch am Tonfall, dass man gerade etwas gefragt wurde. Wenn man jetzt nicht zugehört hat und ohnehin gerade auf Durchzug gestellt hat passiert es schon mal, dass man sicherheitshalber Ja sagt. Dann fragt die Kleine weiter und geistesabwesend bejaht man alles, was auch ganz positiv aufgenommen wird. Allerdings kann es dann auch mal vorkommen, dass sie Abends, wenn Papa heimkommt allerhand Halbwahrheiten von sich gibt. Wenn Papa dann versucht ihr zu erklären, dass sie falsch liegt, Mama sicher nicht nächstes Wochenende mit ihr in Urlaub fahren wird und sie auch keinen kleinen Hunde und schon gar keinen Pandabären bekommen wird wird einem dann bewußt, dass man besser doch hin und wieder hingehört hätte 😉

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