Wasserqualität – gut genug fürs Baby?

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel, das wir kennen. Der Erwachsene besteht zu etwa 65% aus Wasser. Im ersten Jahr sind es sogar 86%, während es im Alter immer weniger wird. Unser Blut hat sogar einen Wasseranteil von 92%. Erwachsene geben im Laufe eines Tages etwa 2 Liter ab. Der Flüssigkeitsverlust muss durch Trinken ausgeglichen werden. Speziell bei den Kleinsten ist die Wasserqualität aber sehr wichtig.

Das erste Jahr

Im ersten Jahr wird der Flüssigkeitsbedarf der Säuglinge in erster Linie durch das Stillen gedeckt. Es gibt allerdings Umstände, die ein Stillen unmöglich machen. Meine Kleinste beispielsweise hat als erstes und einziges meiner vier Kinder die Brust verweigert. Sie ist in vielerlei Hinsicht ganz anders als ihre  Geschwister, aber aufgrund der Verweigerung mussten wir nach den ersten Tagen damit beginnen sie mit Flaschennahrung zu ernähren. Offensichtlich hat es ihr nicht geschadet, aktuell habe ich mich aber mit dem Thema Wasserqualität beschäftigt und bin einigermaßen überrascht. In der Deutschen Trinkwasserverordnung gibt es eine Reihe von Grenzwerten, die vorgeschrieben sind und nicht überschritten werden dürfen. Für Babynahrung sehen die Werte aber ganz anders aus!

Nitrit, Uran und Natrium

Liest man sich die Trinkwasserverordnung durch, dann fühlt man sich an den Chemieunterricht, Agatha Christie Romane und die Diskussion über Atomkraftwerke erinnert. Gut, wenn man ein wenig recherchiert wird es besser und man stellt fest, dass Arsen nicht mit dem hochgiftigen Arsenik verwechselt werden darf, das in manchem Kriminalroman eingesetzt wurde. Aber Fluorid, Nitrat, Nitrit und Natrium und radioaktive Stoffe sind auf keinen Fall etwas, was man seinem neugeborenen in die Trinkflasche, oder seinen Kind in den Brei reiben möchte. Auch Pestizide sind teilweise im Trinkwasser enthalten und dürfen in geringer Konzentration von maximal 0,0005 Milligramm pro Liter enthalten sein. Nitrat ist offensichtlich ein großes Problem. Ich habe dazu einen Beitrag der Tagesschau gelesen. Die Wasserqualität scheint zumindest bei einem Viertel des Grundwassers in Deutschland nicht den Grenzwerten zu entsprechen.

für Babynahrung geeignet

Abseits der Trinkwasserverordnung gibt es noch strengere Anforderungen an die Wasserqualität, wenn das Wasser für Babynahrung geeignet sein soll. Die Wasserflaschen sind dann entsprechend beschriftet. Strengere Grenzwerte für die verschiedenen Stoffe müssen im babytauglichen Wasser eingehalten werden. Dabei unterscheiden sich die Werte teilweise erheblich. Uran darf im normalen Trinkwasser in einer 50 mal höheren Konzentration vorkommen als in Wasser, das für Babynahrung geeignet ist! Nitrit darf 25 mal höher liegen und auch die anderen Werte dürfen teilweise um das Doppelte überschritten werden. Eine eigene Norm für Babynahrung gibt es, weil die Kinder in den ersten Monaten besonders anfällig sind.

 

Vergleich der Grenzwerte für die Wasserqualität für Trinkwasser und Wasser für Babynahrung

Wasserqualität messen

Damit man weiß, ob man sich Sorgen machen muss, sollte man in erster Linie einmal sein Trinkwasser daheim überprüfen. Zwar ist die Wasserqualität grundsätzlich überall gut, aber es kann auch auf dem Weg vom Wasserwerk bis in die Wohnung noch zu Belastungen kommen. Alte Bleirohre, oder Kupfer, das sich aus neuen Leitungen löst, kann beispielsweise ein Problem sein. Aber auch die anderen Werte können natürlich von den Angaben des Wasserwerks abweichen. Unter www.wassertest-online.de kann man beispielweise einen Test beziehen, wenn man sein Wasser testen lassen möchte. Man bekommt zwei Röhrchen mit Anleitung zugeschickt, befüllt sie mit Leitungswasser und sendet sie in ein Labor. Relevante Werte zur Wasserqualität werden ausgewertet.

Schlimme Folgen

Am gefährlichsten ist das Nitrit im Wasser. Passt die Wasserqualität nicht und der Nitritwert ist zu hoch, dann kann das schlimmstenfalls dazu führen, dass das Kind erstickt. Nitrit bindet die roten Blutkörperchen und verhindert, dass sie Sauerstoff transportieren. Die Sauerstoffversorgung wird also gestört. Andere Stoffe beeinträchtigen das Gehirn, die Niere, oder die Leber. Auch bei den Erwachsenen kann die Wasserqualität negative Folgen haben und unterschiedliche Probleme auslösen. Das Bewußtsein, dass vom Wasser potentiell eine große Gefahr ausgeht, sollte man aber unbedingt haben. Speziell, wenn man einen Säugling mit Flaschennahrung versorgt, aber auch wenn man für Kinder kocht, sollte man genau wissen, ob das Wasser gefährlich ist, oder nicht.

Alternative Wasser kaufen

Passt die Wasserqualität tatsächlich nicht, dann empfiehlt es sich, auf jeden Fall ein Wasser mit dem Prädikat „für Babynahrung geeignet“ für die Zubereitung der Flaschennahrung zu kaufen. Allerdings kann es natürlich auch vorkommen, dass die Wasserqualität des eigenen Trinkwassers sogar den Anforderungen für Babys gerecht wird. In dem Fall kann man natürlich bedenkenlos Babynahrung und die Mahlzeiten für die Kleinsten mit dem Wasser zubereiten. Eine Anfrage beim Wasserversorger und ein Test sorgen hier für Gewissheit. Alte, oder ungeeignete Wasserleitungen, oder grenzwertig belastetes Trinkwasser können schwere Folgen haben!

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