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Kinder auf den Zahnarzt vorbereiten

Zähneputzen gehört bei uns, wie hoffentlich in allen anderen Familien, zum Alltag. Wir tauschen die Zahnbürsten nach spätestens 1-2 Monaten, je nachdem, wie abgenützt sie sind und putzen die Zähne natürlich nach. 1-2 mal pro Jahr gehen wir zur Kontrolle zum Zahnarzt und nehmen auch die Kinder mit. Ihre Zähne sind absolut in Ordnung, ich halte es aber für sehr wichtig sie immer wieder mitzunehmen. Kinder auf den Zahnarzt vorbereiten ist allerdings ein zweischneidiges Schwert.

Caillou und Peppa Wutz

Viele Kinderserien bemühen sich, die Kinder mit dem Thema Zahnarzt vertraut zu machen. Sie zeigen, wie die Hauptdarsteller beim Zahnarzt unterhalten werden und wie ihre Zähne kontrolliert werden. Im besten Fall werden sie von der Zahnärztin, oder dem Zahnarzt gelobt und bekommen eine kleine Belohnung. Allerdings wird in diesen Serien nicht nur der angenehme und letzten endes harmlose Kontrolltermin beim Zaharzt thematisiert. Schließlich müssen ja ganze 25 Minuten gefüllt werden. Die Macher zeigen also, welche Bedenken und welche Ängste es gibt. Die Eltern reden den kleinen Helden schließlich gut zu und wirklich passiert dann beim Zahnarzt nichts Schlimmes. Man sollte also meinen, dass die Kinder lernen, dass es nichts gibt, wovor man sich beim Zahnarzt fürchten müsste.

Gelernte Angst

Auf die Frage, wie wir unsere Kinder auf den Zahnarzt vorbereiten kann ich nur sagen: Gar nicht! Gut, wir sagen ihnen, wo wir hinfahren, aber das wars auch schon. Die Kinder sollen sich selbst ein Bild machen. Mein Mann hat bei unserem Zahnarzt schon einige Behandlungen über sich ergehen lassen und fährt uns trotzdem ohne Angst hin. Ich habe meistens das Glück, dass meine Zähne keine Probleme machen. Wenn er doch einmal bohren muss, dann ist das entweder quasi schmerzfrei, oder wir entscheiden uns für eine Lokalanästhesie. Warum sollten wir uns fürchten? Es gibt also auch keinen Grund, unsere Kinder auf den Zahnarzt irgendwie vorzubereiten. Ein Arzttermin, wie jeder andere. Die gebrochenen Mittelfußknochen meines Sohnes waren sicherlich weitaus schlimmer. Auch da haben wir ihm auf dem Weg in die Unfallklinik nichts besonderes erzählt.

Angst vor den Zahnarzt

Tatsächlich ist die Angst vor dem Zahnarzt weit verbreitet. Sieht man sich Websites von Zahnärzten, wie etwa diese von Zahnarzt Dr. Seidel an, dann finden sich dort viele Informationen, die sich mit Angst vor dem Zahnarzt beschäftigen. Behandlungen im Tiefschlaf, in Teil-, oder sogar in Vollnarkose werden angeboten. Beratungsgespräche ohne Bohrer, bei denen man sich die Praxis ohne die Angst vor einer Behandlung ansehen kann. Auf der Website von Dr. Seidel finden sich auch Informationen zu seiner Arbeit als Kinderzahnarzt. Was er dort schreibt, deckt sich zu 100% mit meinen Erfahrungen. Es geht darum, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und den Kindern ein positives Erlebnis zu vermitteln.

Unvorbereitet positiv

Kinder müssen vor dem ersten Zahnarztbesuch nicht beruhigt werden. Hat man selbst panische Angst vor, oder schlechte Erfahrungen mit einer Zahnbehandlung, dann darf man das nicht auf seine Kinder übertragen. Die tollste Eigenschaft der Kinder ist es, ohne jeden Vorbehalt und ohne Vorurteile in jede Situation zu gehen. Auch vermeintlich positive Botschaften, wie „Du brauchst keine Angst zu haben“, oder „Es wird nicht weh tun“ wirken sich negativ auf diese Eigenschaft aus. Die Kinder sollen sich ein eigenes Bild vom Zahnarztbesuch machen. Was genau passieren wird, welche Behandlung und Untersuchung notwendig und sinnvoll ist, kann man als Laie ohnehin nicht beurteilen. Der Zahnarzt ist in dieser Hinsicht der Experte und wird sich im Regelfall darum bemühen, dem Kind einen möglichst positiven Eindruck zu vermitteln.

Begründetes Vertrauen

Ziemlich wichtig finde ich es, dass wir als Eltern den Ablauf in der Praxis gut kennen. Müsste ich den Zahnarzt wechseln, würde ich auf jeden Fall zumindest einmal alleine hingehen, bevor ich meine Kinder hinbringe. Einerseits ist es eben wichtig, dass ich sicher bin und mich schnell zurechtfinde, andererseits möchte ich den Zahnarzt vorher kennenlernen. Schließlich geht es bei der Behandlung der Kinder um weit mehr, als um fachliche Kompetenz. Der Zahnarzt, oder die Zahnärztin braucht Einfühlungsvermögen und viel Zeit. Es funktioniert bei Kindern leider nicht immer, dass sie den Mund aufmachen, wenn sie das sollen. Der Zahnarzt muss sich dann ein wenig Zeit nehmen und das Kind spielerisch dazu bringen, mitzuarbeiten. In dieser Hinsicht bin ich sehr zufrieden mit unserem Zahnarzt, aber auch hier hatten wir schon Termine, bei denen wir unverrichteter Dinge wieder gegangen sind. Will das Kind den Arzt um keinen Preis an seine Zähne lassen wäre es kontraproduktiv Zwang auszuüben. Dann eben das nächste Mal. Speziell geschulte Kinderzahnärzte wissen, wie sie mit Kindern umgehen, können Eltern und Kinder beraten und nehmen sich die Zeit, die die Kinder benötigen, wie Ergebnisse von Befragungen von Zahnärzten zeigen.

Zahngesundheit

Kinder auf den Zahnarzt vobereiten ist die eine Sache. Am besten für die Kleinen ist es aber, wenn sie beim Zahnarzt nichts anderes als „Alles in Ordnung“ zu hören bekommen. Oft sieht man im Fernsehen Berichte über Kinder, deren Milchzähne bereits von Karies zerfressen sind. Die aggresive Milchsäure entsteht, wenn zu viele Kohlenhydrate aufgenommen werden. Die Bakterien im Zahnbelag setzen Kohlenhydrate, allen voran den Zucker, zu Milchsäure um und arbeiten sich durch die verschiedenen Schichten der Zähne bis zu Wurzel vor. Auch Milchzähne können stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Zucker lässt sich aus dem kindlichen Speiseplan nicht vollständig verbannen. Allerdings muss man darauf achten, dass er nicht ständig aufgenommen wird. Mal ein Stück Schokolade, oder ein gesüßtes Joghurt sind kein Problem. Trinkt das Kind den ganzen Tag über schluckweise zuckerhaltige Getränke, dann leben die Kariesbakterien im Überfluss. Sie vermehren sich und verdrängen andere Bakterien.

Remineralisierung

Der Zahnschmelz wird angegriffen und entmineralisiert. Das Gleichgewicht in der Mundflora kippt und ein Teufelskreis startet. Immer mehr Milchsäure greift die Zähne an, während der Zahnschmelz seine Widerstandskraft verliert. Richtiges Zähneputzen ist ein wichtiger Teil der Kariesvorbeugung. Man entfernt den Zahnbelag, in dem sich die Bakterien aufhalten und versorgt die Zähne mit Fluorid. Fluorid gerät zwar immer wieder in die Kritik, da es grundsätzlich giftig ist. Allerdings müsste man eine ganze Menge Zahnpasta schlucken um Auswirkungen davon zu spüren. Bei den Kindern ist es wichtig, eine altersgemäße Zahnpasta zu verwenden. Der Fluoridgehalt richtet sich an das jeweilige Alter. Die Zahnpasta soll zwar nicht übermäßig geschluckt werden, es reicht aber, wenn man den Schaum nach dem Putzen ausspuckt. Ausspülen muss man nicht. Die fluoridhaltige Zahnpasta soll so lange wie möglich an den Zähnen bleiben.

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