Das! Jetzt!

Wie oft streicht man ein Brötchen, schneidet einen Apfel und öffnet ein Joghurt, weil die Kinder plötzlich genau darauf Lust haben. Jetzt sofort muss es auf den Tisch und es muss exakt den Vorstellungen des Kindes entsprechen.

Mir passiert das regelmäßig. Man reagiert pflichtbewußt auf die Heißhungerattacken der Kleinen und bemüht sich redlich den hohen Ansprüchen voll umfänglich gerecht zu werden. Wenn die Größere jetzt in der Sekunde unbedingt ein Brötchen mit Butter haben möchte das ist das Brötchen rasch halbiert, bestrichen und steht auch schon auf den Tisch. Wenn der Kleinere wieder einmal selbstständig den Kühlschrank aufmacht und sich einen kleinen Joghurtbecher aussucht, dann bekommt er den auch gerne mal, wenn nichts Wichtiges dagegen spricht.

Plötzlich ist es nicht mehr interessant

Nur passiert dann leider immer wieder dasselbe. Das liebevoll vorbereitete Brötchen wird, wenn überhaupt, dann nur ein gaaaaanz klein wenig angenagt. Das Joghurt wird mit dem Löffelchen mehrmals kräftig umgerührt, aber kein bisschen davon landet tatsächlich im Mund. Manchmal schaffen es meine Kinder sogar das fertige Essen zu betrachten und dann ganz offen auszusprechen, dass sie es jetzt nicht mehr wollen.

Man hat jetzt zwei Möglichkeiten zu reagieren. Auf der einen Seite könnte man die Eigenheiten der Kinder einfach akzeptieren und Brötchen und Joghurt selbst verputzen. Andererseits hat man auch die Option hier pädagogisch erzieherisch anzusetzen und den Kindern solche Zwischenmahlzeiten verweigern.

Proaktiv entgegenwirken

Ich persönlich habe hier einen Mittelweg gewählt. Auf der einen Seite bemühe ich mich den Kindern schon vor dem Aufkommen des Heißhungers eine Alternative meiner Wahl bereit zu stellen. Das kann eben auch ein Brötchen und ein Joghurt sein, oft ist es aber auch Obst und Gemüse, oder wenn die Zeit passt, auch das Mittagessen, oder das Abendbrot.

Es geht dem Kind, wenn es sich gerade etwas wünscht ganz oft nicht nur darum seinen Hunger zu stillen, sondern oft ist es eben nur Langeweile, die es antreibt. Wenn man sich dann aber unsicher ist, ob das Kinde nicht doch schrecklichen Hunger hat lässt man sich oft auf das Spiel ein und tischt auf, was die jungen Herrschaften bestellt haben. Klar, ab und zu wird das auch gegessen, was bestellt wurde, aber dieses ab und zu sind bei meinen Kindern nicht mehr als 20% der Fälle. Es gilt also nach Möglichkeit eine passende Alternative für die Kinder bei der Hand zu haben. Wenn sie sich etwas Bestimmtes wünschen kann man sie dann ganz leicht auf die ohnehin bereitgestellten Köstlichkeiten verweisen und spart muss ab sofort weniger angenagte Brötchen und aufgerührte Joghurts essen.

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