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Mein Jo-Jo ist kaputt

Der Jo-Jo-Effekt ist allseits bekannt. Wer mit einer Crash-Diät ein paar Kilo verliert, hat sie direkt danach gleich wieder drauf. Die Wissenschaft kann das gut erklären. Vereinfach gesprochen lernt der Körper, mit weniger Energie auszukommen, wenn man weniger isst. Außerdem sind ausreichende Fettspeicher so etwas, wie das Idealbild für unseren Körper. Er zieht also alle Register, um die Depots nicht anzufassen. Stattdessen baut er Muskelmasse ab. Das hat, aus Sicht des Körpers, gleich zwei positive Aspekte. Einerseits muss er eben das Hüftgold nicht abbauen und andererseits brauchen Muskeln Energie. Sogar wenn man schläft, verbrennen sie Kalorien. Wenn man sie abbaut, dann sichert das die Fettdepots nachhaltig ab. Tolle Sache, aber wie schon erwähnt, leider nur aus Sicht des Körpers. Aus meiner Sicht wäre mir umgekehrt lieber. Reserven brauche ich in nächster Zeit sicher nicht, aber Muskeln haben doch ein paar positive Seiten, auf die ich nicht verzichten will. Wie auch immer: Der Jo-Jo-Effekt passiert also immer dann, wenn man abgenommen hat. Also zuerst 5 Kilo runter, dann 6 Kilo rauf. Das macht eine Bilanz von plus 1 und es gibt Studien, die zeigen, dass Mäuse mit Jo-Jo-Effekten viel gesünder sind, als Mäuse, die ständig dick sind. Jetzt gibt es mit meinem Jo-Jo aber ein sehr folgenschweres Problem. Das mit dem 5 Kilo runter fehlt mir und drückt auf die Bilanz. Es bleibt also nicht nur 1 Kilo, sondern die vollen 6 Kilogramm auf der Waage stehen. Dass Jo-Jos so etwas können, wusste ich nicht, aber meines scheint sich langsam aber kontinuierlich nach oben zu bewegen, ohne jemals herunterzugehen. Grund genug, meinen Lebensstil mal unter die Lupe zu nehmen.

Meine Waage und ich

Eine Waage ist ein tolles Ding. Sie misst, mit welcher Energie die Erde mich anzieht. Dass die Erde das tut, ist eigentlich völlig in Ordnung. Schließlich stehe ich, dank der physikalischen Gesetze, an die sich die Erde und ich halten, mit beiden Beinen fest am Boden. Allerdings wird es ein Problem, wenn ich zu fest stehe. Dieses Problem habe ich momentan. Es ist jetzt nicht unbedingt so, dass ich massiv übergewichtig bin, aber schlank bin ich eben auch nicht. Beides ist natürlich OK und wenn man sich wohlfühlt, dann kann jedes Gewicht passen. Es gibt zwar körperliche Belastungen, die mit Übergewicht einhergehen und das Fett, das man unter der Haut erkennen kann, ist nur die Spitze des Eisbergs, aber im Grunde sollte jeder tun, was er, oder eigentlich sie will. Ich bin also sicher keine Verfechterin von Schlankheitswahn in jeder Form. Nur was zu viel ist, ist zu viel. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten etwas zugelegt. Weihnachten hat dann den Rest erledigt und jetzt stehe ich eben mit 6 Kilogramm mehr da, als noch im letzten Sommer.

Körperliche Beschwerden

Meinem Körper ist das zu viel. Ich bekomme immer mehr kleine Probleme. So schmerzen meine Beine, wenn ich längere Strecken gehe und meine Schnürsenkel zu binden ist bei weitem nicht mehr so einfach, wie früher. Also muss etwas getan werden. Diäten haben meist nur einen kurzfristigen Erfolg. Also habe ich mich entschieden, diesmal wirklich meinen Lebensstil zu verändern. Aber was genau heißt das eigentlich? Jeder, der rund um das Abnehmen berät und eine fachlich begründete Meinung dazu hat, rät dazu, seinen Lebensstil zu ändern. Gut, dass ich abends keinen Schokopudding mehr naschen sollte ist noch relativ einfach. Darüber hinaus gibt es aber noch tausend andere Gewohnheiten, die ich mal genauer unter die Lupe nehmen sollte. Nach den Schwangerschaften habe ich es jedesmal ja auch fast geschafft, mein Ausgangsgewicht zu erreichen. Allerdings ist das Abnehmen nach der Schwangerschaft etwas einfacher. Zumindest, wenn man stillt, gibt man einen Teil der Kalorien wieder ab. Aber diesen Trick kann ich jetzt leider nicht mehr anwenden.

Energiebilanz

Ja, ich weiß, dass das nicht so einfach ist, wie es klingt, aber unterm Strich ist es doch durchaus logisch. Will man abnehmen, dann muss man weniger Energie zu sich nehmen, als verbrauchen. Was klingt, wie eine Milchmädchenrechnung, ist auch eine. Es fängt schon mal damit an, dass eine Kalorie nicht unbedingt dasselbe ist, wie eine Kalorie. Die Vorgänge im Körper sind dann doch etwas komplizierter, als es den Anschein macht. Nimmt man beispielsweise einen Löffel Zucker zu sich, dann wird der Zucker sofort in unser Blut ausgeschüttet. Wir müssen ihn nicht verdauen und der Blutzucker steigt rasch an. Äpfel enthalten auch sehr viel Zucker, allerdings ist der Zucker im Apfel gebunden. Unser Verdauungsapparat muss etwas dafür tun, dass wir an den Zucker kommen. Das kostet einerseits Energie und andererseits sorgt es dafür, dass der Zucker nach und nach abgegeben wird. Beides sind Vorteile, die uns beim Abnehmen helfen. Dass es in jedem Fall besser ist, einen Apfel zu essen, als einen Löffel Zucker zu sich zu nehmen, ist aber auch keine wirklich bahnbrechende Erkenntnis.

Fachliteratur

Also habe ich begonnen, mir Wissen aufzubauen. Konkret höre ich gerade das Hörbuch „Der Ernährungskompass“ mit Audible. Mir gefällt an diesem Buch, dass es nicht irgendein Wissenschaftler geschrieben hab, sondern ein Journalist. Bas Kast, der Autor, ist Wissenschaftsjournalist und hat für sich beschlossen, seinen Lebensstil zu ändern. Dabei hat er das getan, was er beruflich auch tut. Er hat jede Menge Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse gelesen. In seinem Buch hat er sie zusammengefasst. Mich persönlich motiviert es sehr, wie er die Erkenntnisse präsentiert. So erklärt er beispielsweise, dass Nüsse ein ideales Nahrungsmittel sind. Außerdem erklärt er, dass Proteine schnell satt machen. Tipps, die man nicht sofort umsetzen kann, bei denen es aber gut erscheint, sie zu wissen. Meine Ernährung steht also momentan vor einer Umstellung. Tatsächlich denke ich, dass eine ausgewogene Ernährung ein wichtiger Teil eines gesunden Lebensstils ist.

Ausgewogene Ernährung

Schnell verfügbare Energie, vor allem Zucker, wird aktuell aus meinem Speiseplan gestrichen. Stattdessen setze ich verstärkt auf Gemüse und Obst. Dieser Teil der Umstellung fällt mir, ehrlich gesagt, am schwersten. Schokolade hat etwas Magisches für mich und sie zaubert mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Egal, wie stressig es ist, Schokolade beruhigt mich und gibt mir die Kraft, die mir manchmal fehlt. Man sagt, dass Schokolade glücklich macht. Allerdings ist es mir nicht gelungen, dafür einen Beleg zu finden. Dummerweise scheint das wohl nicht zu stimmen. Allerdings hat Schokolade ein ordentliches Suchtpotenzial. Das merke ich in den letzten Tagen, in denen ich meinen Schokoladenkonsum reduziere. Ich war auf einem Kurztrip mit meinem Mann, was meinen Schokoladenhaushalt in zweierlei Hinsicht gestört hat. Einerseits waren wir in einem Hotel und ich hatte damit keinen Zugriff auf mein Schokoladelager und meinen Kühlschrank. Andererseits war ich ständig mit meinem Mann unterwegs und damit unter Beobachtung. Jedes Mal, wenn wir in einem Café waren, habe ich mir eine heiße Schokolade bestellt. Besser als nichts.

Schokosucht

Ich könnte es mir jetzt einfach machen und behaupten, dass ich süchtig nach Schokolade bin. Allerdings habe ich keine körperlichen Beschwerden, wenn ich keine Schokolade zu mir nehme. Es ist einfach Lust auf etwas Süßes, das mich antreibt und immer wieder zu einem kleinen Stück greifen lässt. Etwas, das ich wohl mit vielen Frauen gemeinsam habe. Es liegt also weniger an einem echten körperlichen Problem, sondern einfach an fehlender Willensstärke. Um meinen Lebensstil zu verändern, bedeutet das daher, dass ich mir Alternativen anbieten muss. Süße Trauben, eine Banane, oder ein Apfel sind auch recht süß und es kann ein echter Genuss sein, sie zu essen. Statt also in alte Muster zu verfallen, muss ich mir beibringen, gesunde Dinge zu naschen. Abgesehen davon, bemühe ich mich, auch gesündere Dinge zu kochen. Weniger weißes Mehl, mehr Vollkornprodukte, die meinen Körper mehr Energie kosten, wenn er sie verdaut. Bei den Getränken habe ich normalerweise kein Problem. Ich trinke viel Wasser. Limonaden trinken wir meistens nicht. Hin und wieder steht ein verdünnter Fruchtsaft am Esstisch, aber meistens gibt es so etwas nur, wenn wir Besuch hatten. Wir selbst trinken Sodawasser, das wir selbst aufsprudeln.

Bewegung und Sport

Die Ernährung ist aber nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite steht die Bewegung. Man könnte annehmen, dass ich als Mutter von drei Kindern ausreichend Bewegung machen muss. Allerdings sind die Kinder mittlerweile so groß, dass sie selbstständig zur Schule und wieder nach Hause kommen. Ist mal etwas mit ihnen zu erledigen, dann springt oft mein Mann ein. Er fährt mit ihnen zum Arzt, oder bringt uns mit dem Auto hin. Insgesamt komme ich leider gut damit durch, hin und wieder einzukaufen und ansonsten mein Leben indoor zu verbringen. Staubsaugen und Kochen sind zwar auch körperlich fordernd, aber insgesamt komme ich im Alltag nicht auf ausreichend Bewegung. Dem wirke ich jetzt ebenfalls entgegen. Einerseits habe ich in einen Hula-Hoop-Reifen investiert. Die Geräte sind zum besseren Abnehmen relativ schwer. Nachdem das aber nicht wirklich gut geklappt hat, habe ich nochmal Geld ausgegeben und mir einen Ring gekauft, den man fest um den Bauch schnallt und an dem ein Gewicht im Kreis fährt. Man muss dieselbe Bewegung machen, kann aber auch mal kurz Pause machen, ohne dass das mehrere Kilos schwere Sportgerät einem die Zehen bricht.

Das Jo-Jo reparieren

Abnehmen ist eine schreckliche Sache. Mein Mann und ich machen das regelmäßig, mit mehr, oder weniger Erfolg. Die Umstellung des Lebensstils soll das Jo-Jo jetzt endgültig reparieren und mein Gewicht soll erst mal ein wenig nach unten gehen. Dass das auf Dauer nicht leicht ist, ist mir klar. Es ist ja auch wirklich schwer, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Wer mit offenen Augen durchs Leben geht und nicht mit einem eisernen Willen gesegnet ist, ist ständig Verführungen ausgesetzt. Nahrungsmittel sind meist viel mehr, als Energielieferanten. Es sind Genussmittel, die geschickt unsere Schwächen ausnützen und und mit ihrem Geschmack, ihrem Geruch und ihrer Konsistenz verführen. Eiserner Wille ist leider nicht unbedingt mein Ding. Also steht schon einmal fest, was ich als erstes in meinem Leben ändern muss. Ganz oben auf der Liste steht, dass ich lernen muss, Versuchungen zu widerstehen. Appetit und Bequemlichkeit sind die Dinge die ich mit meinem Lebensstil verändern werde. Alles andere ist dann einfach.

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